Mehr als 30’000 “Geisterbeamte” beim kambodschanischen Staat

17. November 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

Eine seit dem Frühjahr 2010 landesweit laufende Bestandesaufnahme bei den Staatsangestellten hat bis heute ergeben, dass mindestens 30’000 vom kambodschanischen Staat bezahlte Mitarbeitende weiterhin ihr Gehalt bezogen haben, ohne am Arbeitsplatz zu erscheinen, sei weil sie schon lange bei einem andern Arbeitgeber angestellt sind oder überhaupt nie angestellt waren.

Man kann davon ausgehen, dass der kambodschanische Staat damit jährlich rund 30 Mio. $ an nicht existierende Staatsangestellte auszahlt. In der Tat dürfte die Zahl nach Angaben von Kennern der Lage noch wesentlich höher liegen.

Die laufende Untersuchung ist die dritte und umfassendeste, die je von der kambodschanischen Verwaltung durchgeführt worden ist. Die erste, 1995, erfolgte Bestandesaufnahme entdeckte damals rund 18’000 Geisterarbeiter, die zweite in den Jahren 2000 und 2001 weitere 9000.

Im April waren gemäss Angaben der Behörden 176’829 beim kambodschanischen Staat angestellt; ihr durchschnittliches Monatseinkommen betrug rund 81 $.

Zur Erinnerung: Jeder zweite Dollar der gesamten kambodschanischen Staatsausgaben von rund 2 Mrd. $ im Jahr 2010 wird über internationale Entwicklungshilfegelder, auch aus Europa, finanziert.

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