Kambodschas Jahrgangsbeste kommt zum Mathematik-Studium nach Deutschland

9. September 2010

Tor Kim Sy ist Kambodschas beste Schülerin des Absolventenjahrgangs 2010. Die 18-jährige von der Khemarak-Highschool in Siem Reap erzielte unter 80.000 Schülern landesweit die höchste Punktzahl. Radio Free Asia berichtet von drei Gründen, die für ihre beeindruckenden Resultate ausschlaggebend gewesen seien: ihre Hingabe zum Lernen, fähige Lehrer und sie antreibende Eltern. In der Tat zeugt ihr typisches Tagespensum von einer hart arbeitenden, sehr disziplinierten und motivierten Schülerin: Neben vier Schulstunden unterzog sie sich außerdem sieben Nachhilfestunden mit mehreren Lehrern, wozu zusätzlich noch persönliche Momente der Rekapitulierung gekommen seien. Die Ausnahmeschülerin meinte dazu ziemlich entwaffnend, dass die normale Schulzeit einfach nicht ausreiche, um die Abschlussprüfungen zu bestehen.

Der Weg nach Deutschland erfolgt aufgrund eines Stipendiums, das sie von der Berlin Mathematical School (BMS) erhalten wird, an der sie Mathematik studieren wird. Die BMS ist eine gemeinsame Graduiertenschule der drei Berliner Universitäten HU, FU und TU, and der Programme vom Bachelor bis zur Promotion angeboten werden. Im Oktober 2006, erst vier Monate nach ihrer Gründung im Juni, wurde sie von der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen ausgezeichnet.

Tor Kim Sy, die drittjüngste von insgesamt sechs Geschwistern, entstammt der noch dünnen, in den letzen Jahren langsam wachsenden Mittelschicht Kambodschas. Ihre Eltern führen eine Geldwechselstube am alten Markt in Siem Reap. Ihre Tochter steht stellvertretend für eine junge, aufstiegshungrige Generation, der es angesichts der realen Bildungsausstattung und den doch sehr begrenzten Karrieremöglichkeiten allerdings meist an Gelegenheiten mangelt, die hochgesteckten Ziele erreichen zu können. Tor Kim Sy hat bereits angekündigt, später gerne als Universitätsprofessorin in ihrer Heimat arbeiten und ihre Erfahrungen mit (noch) jüngeren Generationen teilen zu wollen.

Bis dahin wünschen wir ihr aber erst einmal ein erfolgreiches Studium bei uns in Deutschland und – hoffentlich – auch ein paar schöne Erfahrungen jenseits Hörsaal, Bibliothek und Rechenzentrum!

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