Textilarbeiterinnen nehmen Streik auf

13. September 2010

Reuters berichtet, dass tausende Textilarbeiter am Montag ihren fünftägigen Streik aufgenommen haben, der zur größten Arbeitsniederlegung in Kambodschas Geschichte werden könnte. Das Ziel seien höhere Mindestlöhne, die derzeit bei 56 USD liegen, womit die Näherinnen zu den working poor gehören. Manche Unternehmen zahlten sogar weniger als 50 USD, und andere wiederum entrichteten lediglich Akkordlöhne. Der Streik appelliert nicht nur an die lokalen Arbeitgeber, sondern auch an ihre westlichen Auftraggeber wie Nike, Adidas oder Gap, die allesamt über Verhaltenskodizes verfügen, um die Ausbeutung von Arbeitern zu vermeiden, doch dies sähe in der Realität meist anders aus.

Kambodscha liefert sich in der Region vor allem mit China, Vietnam und Bangladesch einen Wettbewerb um die günstigsten Standortbedingungen. Die Verlagerung von Maschinen und Produktionsstätten ist nicht besonders aufwendig, und die Lohnkosten spielen in der Rentabilitätsberechnung eine erhebliche Rolle. Daher wird gefürchtet, dass zu hohe Löhne direkt in einem Anstieg der Arbeitslosigkeit münden. Da aber zuletzt auch in China, Vietnam und Bangladesch für höhere Löhne gestreikt wurde, scheinen sich zwei generelle Trends abzuzeichnen, die gegen diese Argumentation sprechen: Die Löhne in der asiatischen Textilindustrie sind grundsätzlich zu niedrig, und die Arbeiter der unterschiedlichen Nationen wollen nicht länger das race to the bottom (sprich immer niedrigere Reallöhne für den Erhalt der Arbeitsplätze) mitspielen.

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