Protestierender durch Kopfschuss getötet

Keine Frage: Es war kein Querschläger und auch kein Unfall. Mao Sok Chan starb, weil der Schütze gezielt angesetzt hat – und töten wollte. (Quelle: KI-Media)

Keine Frage: Es war kein Querschläger und auch kein Unfall. Mao Sok Chan starb, weil der Schütze gezielt angesetzt hat – und töten wollte. (Quelle: KI-Media)

Die Kundgebungen gegen das Ergebnis der Parlamentswahlen vom 28. Juli haben indirekt ihr erstes Todesopfer gefordert. Fernab der offiziellen Proteste, die von der Opposition initiiert wurden, an der Brücke Kbal Thnal (Kreuzung von Monivong- und Norodom-Boulevard mit Weiterführung als Nationalstraße 1 in Richtung Kien Svay Nationalstraße 2 nach Takhmao) starb ein 29-jähriger Mann durch einen Kopfschuss, offensichtlich mittels eines Gummigeschosses. Nachdem die Brücke bereits den ganzen Tag gesperrt gewesen war, versuchten einige Männer gegen 20 Uhr Ortszeit die Polizeibarrikaden zu entfernen. Was dann folgte, bezeichnet selbst die zur Neutralität verpflichtete Phnom Penh Post als „immense Polizeibrutalität“ – ein Augenzeugenbericht im Southeast Asia Globe lässt auch sonst erahnen, wie heftig die Konfrontation gewesen sein muss. Nach kaum mehr als einer Handvoll Warnschüsse und dem Einsatz von Rauchbomben folgte bereits der gezielte Einsatz von Schusswaffen, wodurch außerdem vier Menschen schwer mindestens zehn weitere Personen leicht verletzt wurden. Wie Reuters berichtet, soll das Todesopfer gar kein Anhänger der Opposition gewesen sein, sondern wütend, weil er auch nach längerer Wartezeit nicht nach Hause durchgelassen wurde. Die Leiche wurde erst gegen 0.45 Uhr – rund vier Stunden nach den tödlichen Schüssen – geborgen, bezeichnender Weise durch UN-Mitarbeiter, weil der wütende Mob zunächst den Zugang verwehrt hatte.

Nicht nur Fotos aus allen Ecken der Hauptstadt, sondern auch ein weiterer Bericht der Phnom Penh Post machen deutlich, warum am Sonntag „nur“ rund 30.000 Menschen an der Kundgebung im Freedom Park teilnahmen: Phnom Penh glich einer Festung mit zahlreichen Polizeibarrikaden und Militärcheckpoints. Viele Menschen konnten dadurch erst gar nicht zu den übrigen Demonstranten stoßen, Arbeitnehmer wiederum nicht an ihren Arbeitsplatz gelangen. Und dazwischen Sicherheitskräfte, von denen einige wohl nur auf einen Anlass gewartet haben, um mit unverhältnismäßigen Mitteln gegen ihre Mitbürger vorgehen zu können.

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