Preah Vihear: Einigkeit in Phnom Penh, Dissens in Bangkok

19. August 2010

Im Grenzkonflikt mit Thailand um den Tempel Preah Vihear an Kambodschas Nordgrenze werfen ungewöhnliche Wortmeldungen aus beiden Ländern kein gutes Licht auf Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva. Thailands Zeitung The Nation, eigentlich bekannt als strikt royalistisch und Thaksin-kritisch, fordert die Nationalisten – zu denen sie explizit auch Abhisit zählt – im eigenen Land auf, nicht mehr zu behaupten, Thailand habe die entsprechende Landkarte an dieser Stelle des Dongrek-Gebirges nie anerkannt. Dies habe das Land aber bereits vor über 50 Jahren getan, und wer heute das Gegenteil behaupte, mache Thailand zum Gegenstand internationalen Gespötts. Während das Thema beim Nachbarn also schon das Regierungslager spaltet, herrscht in Kambodscha seltene Einigkeit: In der letzten Woche lobte der im Exil lebende Oppositionsführer Sam Rainsy die Regierung dafür, den Grenzkonflikt mit internationaler Unterstützung lösen zu wollen. Das wiederum will Thailand um jeden Preis vermeiden, wie der stellvertretende Ministerpräsident Suthep Thaugsuban heute noch einmal betonte. Genau genommen geht es nicht um den Tempel selbst, der auf einer Bergspitze steht, sondern nur um ein rund 4,6 Quadratkilometer großes Areal in der Nähe, das allerdings für Bewirtschaftung und Zugang zum Hindutempel von großer Bedeutung ist. Der Tempel Preah Vihear gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe; vorherige Einigungen der kambodschanischen Regierung mit Ex-Ministerpräsident Samak Sundaravej, einem Verbündeten von Thaksin Shinawtra, waren vom thailändischen Verfassungsgericht im Juli 2008 verworfen worden.

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