Dorfbewohner wollen bewaffneten Widerstand leisten

10. September 2010

Rund 200 Dorfbewohner der Gemeinde Ansa Chombok, Distrikt Krakor in der Provinz Pursat, haben mit Messern und Äxten bewaffnet ein Reisfeld besetzt, um zu verhindern, dass die Firma Pheapimex der Unternehmerin Choeung Sopheap einen Kanal quer durch das Feld baut. Die Bauern seien zum Kampf bereit, so ein Repräsentant des Dorfes gegenüber der Phnom Penh Post. Griffe Pheapimex auf das gesamte Land zu, das ihr zugesprochen worden sei, verlören die Dorfbewohner „alles“ – sprich ihre Existenzgrundlage. Im Jahr 2000 wurde der Firma eine Konzession erteilt, die rund 315.000 Hektar in den Provinzen Pursat und Kampong Chhnang umfasst. Allerdings ist diese Konzession illegal, da sie gegen das kambodschanische Landrecht verstößt, das Konzessionen auf maximal 10.000 Hektar begrenzt.

Die Praxis sieht seit Jahren allerdings anders aus. Fast wöchentlich wird aus allen Teilen des Landes berichtet, wo Menschen ihr Land und ihre Häuser räumen müssen, ohne dafür eine adäquate Entschädigung zu erhalten. Oft sind Unternehmen, die in enger Beziehung zur regierenden Kambodschanischen Volkspartei (KVP) stehen. So auch in diesem Fall: Choeung Sopheap, auch bekannt als Yeay Phou, arbeitete jahrelang als Dolmetscherin für Premierminister Hun Sen. Ihr Ehemann ist Lao Meng Khin, der für die KVP im Senat sitzt. Pheapimex’ Geschäftsfeld besteht hauptsächlich in der Verarbeitung von Tropenholz; ihre Sägewerke stehen in allen Teilen des Landes. Dabei soll das Unternehmen auch in die illegale Rodung tropischen Regenwalds involviert sein.

Üblicherweise verlaufen die Räumungen ohne nennenswerten Widerstand, den schwer bewaffnete Polizeitrupps und willfährige Gerichte bereits im Ansatz ersticken. Seit 2009 häufen sich allerdings die Fälle, in denen sich betroffene Bürger gegen über den Unternehmen und der Staatsmacht widersetzen. Oft steht dabei ihre Existenzgrundlage auf dem Spiel, und Formen friedlicher, rechtsstaatlicher Klärung der Landstreitigkeiten existieren nicht. Sollte sich der Trend des bewaffneten Widerstands allerdings fortsetzen, gäbe das Anlass zu ernsthafter Sorge. Erhebliche, vielleicht sogar in mehren Landesteilen gleichzeitig stattfindende Konfrontationen sind jedenfalls nicht mehr auszuschließen.

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