Regierung stoppt Fernseh-Soap

18. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

Nach dreizehn Folgen ist die in Kambodscha für die private TV-Station CTN (Cambodian Television Network) produzierte TV-Serie “Strange Lovers” von der Regierung gestoppt worden. Die Begründung: die ausgestrahlten Inhalte vertrügen sich nicht mit den traditionellen Wertvorstellungen der kambodschanischen Gesellschaft: Frauen würden wie Tiere dargestellt. Geplant waren insgesamt 6o Folgen dieser für Aufregung sorgenden TV-Soap, die auch in Kambodscha von fast allen Fernsehkonsumenten heiss verschlungen werden.

Die Handlung der Serie konzentrierte sich auf eine junge, sehr schöne Frau mit Namen Nuon Neang Lomorng. Sie hat all die Qualitäten einer idealen Frau, kommt aus einer guten Familie, gut gebildet und hatte die Chance, im Ausland zu studieren. Und sie weist einen hohen Kunstverstand auf. Als es ums Heiraten geht, werden die Dinge kompliziert. Die junge Frau wird mit Anfragen überhäuft, und weder sie noch ihre Mutter wissen, wie damit umzugehen. Schliesslich wird Nuon Neang Lomorng von ihrer Mutter, mit einem Startpreis von einer Million Dollar, zur Versteigerung frei gegeben. Doch mit dem Eingreifen der Regierung werden die enttäuschten Fernsehzuschauer nie erfahren, wer denn bereit gewesen war, eine Million hinzublättern. Bis zum finalen Happy End hätten noch mehr als 40 Folgen ausgestrahlt werden sollen!

Die Autorin der Serie, Poan Phuong Bopha, wollte mit ihrer Soap-Story das Frauenbild in Kambodscha verbessern: die Hauptdarstellerin sei eine Frau, die die Tradition hochhalte, die kochen, nähen könne, dazu aber eine breite Allgemeinbildung und anspruchsvollen Geschmack aufweise, betont sie in einem Interview mit Cambodge-Soir. Sie habe vorher in der traditionellen kambodschanischen Literatur recherchiert und dabei festgestellt, dass auch in diesen Geschichten die Frauen nicht tugendhaft seien. Ihre Soap-Geschichte sei kaum mehr schockierender.

Poan Phuong Bopha ist daher überzeugt, dass sie nicht aufhöre zu schreiben, geschweige denn, Filme zu machen.

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