Rothemden in Kambodscha an Waffen und Sprengstoff ausgebildet?

11. Oktober 2010

Ein hochrangiger Beamter, der bei den thailändischen Sonderermittlungsbehörden für Terrorismusfälle zuständig ist, hat Kambodscha am Montag vorgeworfen, insgesamt 39 Rothemden über drei Wochen in Techniken des bewaffneten Kampfs trainiert zu haben. Sie hätten in der Provinz Siem Reap umfangreiches Training an Waffen und Sprengstoff erhalten und seien außerdem einer Gehirnwäsche unterzogen worden, um die thailändische Königsfamilie zu hassen. Am 16. August seien dann 35 Kämpfer zurück in ihre Heimat gekehrt, wie die thailändische Zeitung The Nation berichtet. Der Beamte habe elf Kämpfer verhört, nach dem sie in Chiang Mai festgenommen worden waren.

Noch am selben Tag dementierte die kambodschanische Regierung laut dpa die Vorwürfe als frei erfunden. Es hätten keine thailändischen Aufständischen militärische Unterweisungen von kambodschanischen Sicherheitskräften erhalten, da die Verfassung so etwas verbiete. Die Ursachen für die Anschuldigungen lägen laut Regierungssprecher Phay Siphan in der Innenpolitik des Nachbarlandes, eine Kampagne gegen die Rothemden zu führen und Kambodscha anzuschwärzen.

In der Tat sieht sich Premierminister Abhisit beständigem Druck radikaler Kräfte aus den eigenen Reihen ausgesetzt, die sich sowohl extrem nationalistisch im Grenzstreit um den Tempel Preah Vihear zeigen als auch den Konflikt mit den von Ex-Premier Thaksin unterstützten Rothemden schüren. Ihnen sind die jüngsten Annäherungen ihres Regierungschefs zu Kambodscha ein Dorn im Auge, und insofern wären solche falschen Anschuldigungen durchaus im Bereich des Denkbaren.

Andererseits hat sich in Kambodschas Militär noch niemand so recht darum gekümmert, was in der Verfassung geschrieben steht. Wenn der Preis stimmt, haben sich die Streitkräfte bisher eher selten ein gutes Geschäft entgehen lassen. Und die guten und engen Beziehungen zwischen Premierminister Hun Sen zu Thaksin und seinen Mistreitern sind nun einmal erwiesen.

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