CCHR-Bericht: Alter Wein in neuen Schläuchen und dennoch lesenswert

3. Dezember 2010

Kambodscha ist attackiert worden, so sieht es jedenfalls Regierungssprecher Phay Siphan. Nicht von Terroristen oder einer fremden Macht, sondern von einer Nichtregierungsorganisation, dem Cambodian Center for Human Rights (CCHR). Nicht mit Waffen, sondern mit Wörtern – die Feder ist bekannter Maßen spitzer als das Schwert. In seinem jüngsten 82-seitigen Bericht hat das CHHR aber nicht das Rad neu erfunden, sondern nur das wiederholt, was eigentlich seit Jahren schon bekannt ist: Dass der Staat die Rechte seines Volkes nicht schützt, dass die Grenzen zwischen privatwirtschaftlichen Unternehmen und staatlichen Akteuren mitunter kaum noch zu erkennen sind und dass beide Seiten zusammen mit sie unterstützenden Gerichten hinter den ungeheuerlichsten Rechtsverletzungen des Landes stehen.

Es wird schnell deutlich, dass gerade diese überstiegenen Freiheitsrechte großer regierungsnaher Unternehmen die Geißeln der allgemeinen Menschenrechte in Kambodscha darstellen. Wer hierzulande und in Europa über das Monster des unregulierten Kapitalismus schwadroniert, sollte aber zunächst einmal nach Südostasien schauen um zu verstehen, wie fürchterlich die Folgen tatsächlich sein können. Dennoch mutet es fasst als Anachronismus an, dass die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit erst in der vergangenen Woche noch öffentlich über Menschenrechte und wirtschaftliche Freiheit gesprochen hat – und das immer noch nicht als Gegensatz begriffen hat, zumindest im Bezug auf Kambodscha und viele andere Staaten.

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