Kambodschas alltäglicher Korruptions-Irrsinn

1. Februar 2011

Was macht man mit einem Brigadegeneral der Polizei, der von mindestens 30 jungen Männern, die in den Polizeidienst aufgenommen werden wollen, jeweils 3500 USD „Gebühren“ eingesammelt hat? Genau, in Kambodscha lässt man ihn laufen! Einem Bericht der Phnom Penh Post zu Folge war General So Nal am Samstag in Gewahrsam genommen worden, kam aber wieder auf freien Fuß, nach dem er versprach, das Geld zurückzuzahlen. Unglaublich, aber wahr: Hierbei soll es sich laut einem Polizeisprecher um einen zivilrechtlichen Fall handeln, und deswegen könne der General nicht gerichtlich belangt werden. Vier Mittelsmänner sollen sich hingegen noch im Gewahrsam des Innenministeriums befinden.

Nur einmal angenommen, der Fall wäre nicht bekannt geworden: Die 30 jungen Polizisten hätten den Staatsdienst mit einem für kambodschanische Verhältnisse riesengroßen Schuldenberg begonnen. Mit einem Monatsgehalt von 30 USD, mit man noch nicht einmal den eigenen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist es einfach nicht möglich, die Summe von 3500 USD zuzüglich hoher Zinsen jemals zurückzahlen zu können. Es wäre ihnen gar nicht anderes übrig geblieben, als selbst korrupt zu sein.

Das ist Kambodscha: Korruption ist systematisch organisiert. Niemand kann sich ihr entziehen, sie wird ganz bewusst von denen kultiviert, die am meisten von ihr profitieren. Und die sitzen bekanntermaßen ganz oben in der Hierarchie.

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