20.000 Menschen demonstrieren friedlich gegen das Wahlergebnis

20.000 Anhänger der Opposition demonstrierten am Samstag friedlich gegen das offizielle Ergebnis der Wahlen vom 28. Juli. Für die kommenden Wochen wurden bereits weitere Kundgebungen angekündigt. (Foto: PRKN)

20.000 Anhänger der Opposition demonstrierten am Samstag friedlich gegen das offizielle Ergebnis der Wahlen vom 28. Juli. Für die kommenden Wochen wurden bereits weitere Kundgebungen angekündigt. (Foto: PRKN)

Die Zahl der Demonstrierenden habe quantitativ den Erwartungen entsprochen, schreibt etwa der Cambodia Daily, aber insgeheim dürfte die Regierung durchaus erleichtert gewesen sein, dass es erstens friedlich geblieben ist und dass die Kundgebung zweitens dann doch keine Machtdemonstration der Opposition war, denn dafür waren es letztendlich doch zu wenige Teilnehmer. Immerhin: Was seit fünfzehn Jahren – 1998 wurden Proteste gegen die damaligen Parlamentswahlen noch mit brutaler Gewalt beantwortet – unmöglich schien und rein rechtlich sogar verboten ist, hat am Samstag tatsächlich stattgefunden. Doch die Emanzipation der Khmer von ihren autoritären Führern wird noch ein langer Prozess sein, dessen Dauer heute noch nicht abzusehen ist.

Und so protestierten die gut organisierten Menschen gegen das Wahlergebnis mit Bannern wie „Wo ist meine Stimme?“, „Meine Stimme – Meine Nation“, „Lang lebe die Demokratie“ oder „Meine Stimme – Mein Leben“. Eher zurückhaltend und meist sitzend hatten sich die Teilnehmer ab 8 Uhr im Freedom Park der Hauptstadt Phnom Penh versammelt, um eine unabhängige Untersuchung der Wahlen vom 28. Juli zu fordern. Sam Rainsy, Präsident der Partei zur Rettung der Kambodschanischen Nation (PRKN), kündigte derweil weitere Kundgebungen an, sofern die Forderungen seiner Partei unberücksichtigt blieben. Unterstützung erhielt seine Partei, die sich selbst als Wahlsieger sieht, einen Tag zuvor vom Situation Room, einer Koalition von 21 kambodschanischen Nichtregierungsorganisationen, der die Wahlen als „nicht frei und fair“ bezeichnete.

Doch das alles blieb, trotz überwältigender Argumente, letztendlich ohne Wirkung auf die Regierung. Denn die Nationale Wahlkommission bestätigte am Sonntag final das Wahlergebnis, das die regierende Kambodschanische Volkspartei (KVP) bereits am Wahltag veröffentlichte: 68 Mandate für die KVP, 55 Mandate für die PRKN. Zuvor hatte der Verfassungsrat als oberstes Organ zur Behandlung von Wahlbeschwerden die letzten Eingaben der Opposition abgeschmettert.

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