Opposition setzt Proteste fort – Ausschreitungen im Touristenzentrum

Angeführt von Parteipräsident Sam Rainsy marschieren rund 1000 Anhänger der Opposition knapp acht Kilometer von der Parteizentrale in Chak Angrae bis zum Freedom Park in Daun PPenh. Später war es dann nicht mehr ganz so friedlich. (Foto: PRKN)

Angeführt von Parteipräsident Sam Rainsy marschieren rund 1000 Anhänger der Opposition knapp acht Kilometer von der Parteizentrale in Chak Angrae bis zum Freedom Park in Daun PPenh. Später war es dann nicht mehr ganz so friedlich. (Foto: PRKN)

Der Cambodia Daily berichtet, dass es im Rahmen der Proteste der oppositionellen Partei zur Rettung der Kambodschanischen Nation (PRKN) am Sonntag zu Ausschreitungen gekommen ist. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein, als die Demonstranten spontan zum Wat Ounalom am Flussufer gezogen waren, um mit buddhistischen Mönchen zu beten. Wie die Phnom Penh Post schreibt, hatten einige Protestler zunächst versucht, die u.a. mit S-Draht gesicherten Polizeibarrikaden in den Tonle Sap zu werfen und anschließend Steine, Schuhe und andere Gegenstände auf die Polizisten geschleudert. Beim anschließenden Einsatz eines Wasserwerfers soll dann ein Demonstrant verletzt worden sein. Sam Rainsy rief die überwiegend jungen Demonstranten im Anschluss auf, sofort jedwede Gewaltanwendung zu unterlassen. Dieser Appell scheint wohl gefruchtet zu haben, die Demonstranten sind danach wieder friedlich in den Freedom Park zurückgekehrt.

Mit einem Marsch von der Parteizentrale in Chak Angare bzw. einem weiteren Parteibüro in Toul Kork zum Freedom Park – mittlerweile auch immer öfter Democracy Square genannt –hatte die Opposition am Sonntagmorgen ihren Protest gegen das offizielle Wahlergebnis zunächst friedlich fortgesetzt. Angeführt von den Parteiführern Sam Rainsy und Kem Sokha zogen rund 1000 PRKN-Anhängern durch die Hauptstadt, deren Strecke von stark gesicherten Polizeiposten flankiert war. Am Ziel waren es dann insgesamt 30.000 Menschen und damit mehr als noch eine Woche zuvor.

Die Aktion soll insgesamt drei Tage andauern, inklusive Open-Air-Übernachtungen, obwohl das Innenministerium nur eine Erlaubnis bis Sonntag 18 Uhr Ortszeit ausgesprochen hatte. Ob es dazu kommt, ist derzeit unklar und wird wohl vor allem davon abhängen, ob die Sicherheitskräfte nun durchgreifen werden oder weiter nachgiebig sind. Einschätzungen zur Sicherheit sind aktuell nur schwer vorzunehmen, insbesondere nachdem zwei Sprengsätze – offenbar, um Anhänger der PRKN einzuschüchtern – an der Nationalversammlung und am Freedom Park entdeckt worden waren und kontrolliert zur Detonation gebracht wurden. Auch bewaffnete Polizeipatrouillen und Soldaten in der ganzen Stadt tragen zurzeit nicht gerade dazu bei, dass sich Touristen uneingeschränkt wohlfühlen können.

Unterdessen zeigen sich Regierung und Opposition zumindest formal bemüht, auf dem Verhandlungsweg eine Lösung zu finden. Auf Einladung des Königs trafen sich am Samstag PRKN-Präsident Sam Rainsy und Premierminister Hun Sen von der regierenden Kambodschanischen Volkspartei (KVP) im Königspalast – und führten seit Jahren wieder ein Gespräch miteinander, wenn auch nur über knapp 30 Minuten und ohne nennenswerte Resultate. Der britische Guardian hatte sich zuvor in einem Bericht auf „politische Analysten“ bezogen, nach denen die Proteste der PRKN das Ziel hätten, einerseits verärgerte Unterstützer zu beschwichtigen und andererseits die eigene Verhandlungsposition gegenüber Hun Sen zu stärken.

Ob dieser Plan, wenn er denn überhaupt existiert, aufgeht, wird sich bereits am Montag zeigen, wenn sich Vertreter von PRKN und KVP zu erneuten Gesprächen treffen. Angesichts des Aufgebots – auf der einen Seite Sam Rainsy und Kem Sokha, auf der anderen Hun Sen und Shar Keng – und des Termindrucks könnte es dann bereits zum Showdown kommen.

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