Definitive Zusage: Obama besucht Kambodscha

Zum ersten Mal überhaupt wird ein amerikanischer Präsident das Königreich Kambodscha besuchen. Im Rahmen des siebten East Asia Summit ab Anfang kommender Woche wird der just wiedergewählte Barack Obama laut Phnom Penh Post definitiv für zwei Tage nach Phnom Penh reisen und an dem intergouvernementalen Forum von 18 Staaten teilnehmen, die mit insgesamt rund 3,8 Mrd. Menschen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentieren. Zusammen mit seiner amtsmüden Außenministerien Hillary Clinton wird Obama zuvor noch Burma und Thailand besuchen, ehe er in Kambodscha eintrifft.

Viel werden die Kambodschaner von dem Trubel aber kaum mitbekommen. Halb Phnom Penh wird gesperrt, die Sicherheitsvorkehrungen massiv sein. Wie üblich werden Bettler und (nicht nur minderjährige) Straßenhändler eingesammelt und in einem „Sozialcenter“ interniert. Wladimir Putin und Co. wird es wohl kaum interessieren, dass sich laut Phnom Penh Post darunter auch rund 30 Frauen und Kinder befinden sollen, die im Januar von der Stadtverwaltung gewaltsam aus ihren Wohnungen in Borei Keila in die Obdachlosigkeit vertrieben worden waren.

Apropos Menschenrechte und faire Wahlen: Premierminister Hun Sen soll zwar in den Genuss bilateraler Gespräche mit Obama kommen und damit die Fotos erhalten, die er zur Untermauerung seiner Herrschaftslegitimität dringend benötigt, dabei – entgegen anders lautender Berichte – aber eher nicht befürchten müssen, vom US-Präsidenten wegen seines Regierungsstil kritisiert zu werden. Zuvor hatten noch einige namhafte US-Parlamentarier – unter ihnen John McCain und Joe Lieberman – in einem an Obama adressierten und an die Öffentlichkeit durchgesickerten Brief Kambodschas Regierungschef massiv angegriffen und den Präsidenten aufgefordert, sich etwa für die Freilassung des inhaftierten Mam Sonando und die freie Rückkehr von Oppositionsführer Sam Rainsy einzusetzen, damit dieser an den Parlamentswahlen 2013 teilnehmen könne.

Letzterer hatte Obama Ende Oktober sogar via New York Times aufgefordert, auf seine Reise nach Kambodscha zu verzichten. Doch Obama geht es selbstverständlich kaum um das kleine Land am Unterlauf des Mekong, sondern um Amerikas Einfluss in ganz Ost- und Südostasien. Dass er die US-Interessen in diesem Herbst in Kambodscha wahrnimmt, ist nicht mehr als ein Zufall. Der innen- wie außenpolitische Druck ist kaum spürbar, und daher wäre es zweifellos eine ziemlich große Überraschung, wenn Obama sich effektiv für Sam Rainsy – dem nun auch noch sein Wahlrecht genommen wurde – einsetzen würde. Die Macht dazu hätte er, keine Frage.

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