Wichtige Indizes belegen Kambodschas Reformbedarf

Schlechte Regierungsführung und ausufernde Korruption gelten für viele nach wie vor als die politischen Grundübel Kambodschas schlechthin. Traurig ist vor allem, dass es kaum ernstzunehmenden Willen zur Verbesserung der Situation gibt, insbesondere am Ende der Nahrungskette. Der institutionalisierte Stillstand schlägt sich nun gleich in zwei wichtigen Indizes nieder, die Anfang Dezember veröffentlicht worden sind. Sowohl der Rule of Law Index des World Justice Project als auch der Corruption Perceptions Index von Transparency International führen Kambodscha im internationalen Vergleich wie gehabt ziemlich weit am Ende. In der Wahrnehmung der Korruption werden aus der Region nur Laos und Burma noch schlechter eingestuft. In den acht Hauptkriterien des Rule of Law Index erreicht Kambodscha nur in der Kategorie Sicherheit und Ordnung einen Mittelfeldplatz. In der Durchsetzung geltenden Rechts, in der Zivilgerichtsbarkeit oder bei der Begrenzung des Regierungseinfluss steht Kambodscha hingegen ziemlich schlecht da. Besonders auffällig: Die meisten anderen analysierten Staaten der Region schneiden gleich in allen acht Bereichen besser ab als Kambodscha.

Ein ähnlich reformunwilliges Bild hatte im Oktober auch der diesjährige Bertelsmann Transformationsindex gezeichnet. Insgesamt handelt es sich um renommierte und vor allem seriöse Institutionen – man darf also durchaus davon ausgehen, dass sie nicht voneinander abgeschrieben haben und die Ergebnisse der Realität entsprechen.

Auch der Global Competitive Index, der die Wettbewerbsfähigkeit meist, sieht in Südostasien nur Ost-Timor noch schlechter aufgestellt als Kambodscha. Wie Voice of America berichtet, werde die Wettbewerbsfähigkeit in Kambodscha durch Korruption, schlecht ausgebildete Arbeitskräfte und eine ineffizient arbeitende Verwaltung beeinträchtigt. Insgesamt schneidet Südostasien jedoch hervorragend ab, und selbst Kambodscha erreicht Rang 85 unter 144 analysierten Staaten. Damit landet das Land sogar noch vor Argentinien, Serbien, Griechenland und einigen ölreichen Staaten wie Nigeria, Venezuela und Libyen.

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