Land-Grabbing in Kambodscha: Deutsche Bank erneut am Pranger

Rubber BaronsÜber ihre Tochter DWS Investment GmbH versucht die Deutsche Bank seit Jahren, an den gewaltigen Gewinnmargen illegaler Landenteignungen in Kambodscha zu profitieren. Während vor drei Jahren eine Beteiligung am thailändischen Zuckerproduzenten KSL den Unmut der Öffentlichkeit erregte, hat die britische Umweltorganisation Global Witness in dieser Woche im Rahmen einer weiteren spektakulären Publikation („Rubber Barons“) auf die DWS-Beteiligungen an zwei vietnamesischen Kautschukfirmen hingewiesen. Zusammen mit der International Finance Corporation (IFC), einer Tochter der Weltbank, soll die Deutsche Bank zwei der größten Unternehmen Vietnams, Hoang Anh Gia Lai (HAGL) und die Vietnam Rubber Group (VRG), bei ihren Expansionen in Kambodscha und Laos finanziert haben. In der deutschsprachigen Zusammenfassung heißt es:

„Die Deutsche Bank hat millionenschwere Beteiligungen in beiden Unternehmen, und die IFC – die Finanzierungsgesellschaft der Weltbank – investiert in HAGL. Diese Investitionen stehen in klarem Widerspruch zu den öffentlichen Bekundungen beider Organisationen, sich für ethisch einwandfreie und nachhaltige Praktiken einzusetzen, sowie zum zentralen Mandat der Weltbank, Armut zu bekämpfen.“

Der 52-seitige Bericht von Global Witness konzentriert sich darauf, das rücksichtslose Vorgehen der vietnamesischen Unternehmen sowie die Folgen für die Umwelt – insbesondere für den tropischen Regenwald – und die dort lebenden Menschen aufzuzeigen. Und die können mitunter recht drastisch sein:

„Die verheerenden Auswirkungen der Aktivitäten von VRG und HAGL können kaum angemessen genug dargestellt werden. Häufig erfährt die Bevölkerung von der Landvergabe erst, wenn Bulldozer anrollen. Die betroffenen Familien versinken in Armut, sie leiden unter Nahrungsmittel- und Wasserknappheit als Resultat der Wegnahme ihres Landes und erhalten kaum oder gar keine Entschädigungen. […] Widerstand der Gemeinden wird mit Gewalt, Verhaftungen und Freiheitsentzug beantwortet, häufig durch bewaffnete Sicherheitskräfte, die auf der Lohnliste der Investoren stehen.“

Wie bei Global Witness üblich wird auch an der kambodschanischen Regierung heftige Kritik geübt. „Regierungsbeamte… sind Teil des Problems“, vor allem, weil sie VRG und HAGL weitaus größere Landnutzungsflächen konzessioniert haben als dies durch das kambodschanische Landgesetz erlaubt wird.

Übrigens: Wer sich bei DWS nach einer Fondsbeteiligung vietnamesischer Kautschukproduzenten erkundigt, wird enttäuscht. In einer E-Mail vom 15. Mai 2013 wurde der Autor beschieden: „Für Anlagen von vietnamesischen Kautschuckfirmen könne wir Ihnen keine Fondsempfehlung geben.“ Sich selbst hat die Deutsche Bank diese Investments allerdings sehr wohl empfohlen.

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2 Antworten zu Land-Grabbing in Kambodscha: Deutsche Bank erneut am Pranger

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