Wozu die neuen Panzer wirklich taugen

28. September 2010

Strategy Page, eine amerikanische Internet-Plattform, die militärische Aktionen weltweit beobachtet und bewertet, hat sich zu dem jüngsten Waffendeal Kambodschas geäußert. Der BTR 60 ist ein Schützenpanzer mit acht Mann Besatzung und wurde bis zu den 70er Jahren produziert. Entwickelt wurde er wie der T-55 in den 50er Jahren und bis in die 80er Jahre hergestellt; der Kampfpanzer war eine Weiterentwicklung des legendären T-34 – die Hauptwaffe, mit der die Rote Armee die Deutsche Wehrmacht besiegte. Die Experten der Strategy Page geben an, dass beide Typen nicht gut gegen gängige Panzerabwehrwaffen geschützt seien, wohl aber gegen Granatensplitter und Beschuss mit Maschinengewehr. Während der T-55 und der BTR-60 auch aufgrund unterlegener Bewaffnung den von der thailändischen Armee benutzten, aus den USA importierten Panzern der Baureihen M48 und M60 deutlich unterlegen seien, hätten sie sich allerdings im Einsatz gegen Zivilisten bewährt.

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Französischsprachige Wochenzeitung stellt Erscheinen ein

28. September 2010

Am 30, September 2010 stellt de französische Wochenzeitung CambodgeSoirHebo ihr Erscheinen aus finanziellen Gründen ein. CambodgeSoir erschien erstmals 1995 dreimal in der Woche, ab 1997 wurde sie zur Tageszeitung. Im Oktober 2007 erschien sie dann als Wochenzeitung, nachdem ein grosser Teil der Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt hatten. Dass die Zeitung ihre Qualitäten hatte, belegt der im letzten Jahr erhaltene Francophone Press Freedom Award, der erstmals an eine in Asien beheimatete Zeitung verliehen wurde. Das Einstellen des einzigen französischsprachigen Mediums in Kambodscha zeigt, dass die wirtschaftliche Krise  noch nicht ausgestanden ist.

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Sohn soll Vater schützen und eines Tages vielleicht auch beerben

27. September 2010

Hun Maneth, ältester Sohn von Premierminister Hun Sen, ist zum stellvertretenden Kommandeur der Leibwächtermiliz seines Vaters ernannt worden. Der Sprössling, mit akademischen Weihen westlicher Universitäten dekoriert, ist bereits mit Anfang 30 zum Brigadegeneral befördert worden und übernimmt seit einigen Jahren regelmäßig öffentliche Aufgaben. Gerüchte tauchen immer wieder auf, er könne einst in die Fußstapfen seines Vaters treten. Die dynastischen Tendenzen unter Kambodschas Nouveau Riche sind jedenfalls unübersehbar, wie die Phnom Penh Post schon 2007 gezeigt hat. Die Leibwächtermiliz wird von Generalleutnant Hin Bun Heang geführt, einem der engsten und loyalsten Vertrauten des Premierministers. Sie bildet das Rückgrat Hun Sens unangefochtener Machtstellung in Kambodscha und ist insbesondere in den 90er Jahren mit mehreren politisch motivierten Verbrechen in Verbindung gebracht worden. Sie steht außerhalb der militärischen Befehlshierarchie und ist nur Hun Sen persönlich gegenüber verantwortlich.

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Land-grabbing: Was den Menschen in ihrer Verzweiflung noch bleibt

25. September 2010

Was tun, wenn ein Unternehmen das Land beansprucht, auf dem man seit Jahrzehnten lebt? In dessen Besitz man ist, das man zur Sicherung der Existenzgrundlage benötigt, im völligen Einklang mit Recht und Gesetz? In der Gemeinde Takhao, Kreis Kandal Stung in der Provinz Kandal, haben mehr als 400 Menschen zum äußersten gegriffen, was ihnen in ihrer Not wohl noch als hilfreich erschien: Sie haben gemeinsam gebetet. In einer buddhistischen Zeremonie baten sie Gott, Buddha, die Geister ihrer Ahnen und ihre Urgroßeltern – so Voice of America – um Schutz eines 450 Hektar großen Gebiets, das von einem Unternehmen beansprucht wird. In einem Gerichtsurteil 2006 seien der Firma bereits 210 Hektar zugesprochen worden, weitere 240 seien dagegen umstritten. Nach dem Grund befragt antwortete eine 60-jährige Teilnehmerin, dass sie den zuständigen Behörden häufig ihr Anliegen vorgetragen haben, die jedoch nicht reagiert hätten. Offensichtlich, so die Frau, respektierten weder die Gerichte noch die Provinz- und Kreisverwaltungen ihre eigenen Gesetze.

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Ermitteln amerikanische Strafverfolgungsbehörden bald gegen Hun Sen?

25. September 2010

Einen Tag nach seiner neuerlichen Verurteilung hat Sam Rainsy bei verschiedenen amerikanischen Strafverfolgungsbehörden Anzeige gegen Hun Sen erstattet. Die Anzeige bezieht sich auf das Attentat vom 30. März 1997, als mehrere Granaten in einen Demonstrationszug der oppositionellen Khmer Nation Party, die aufgrund von juristischen später in Sam Rainsy Party (SRP) umbenannt wurde, geworfen wurden und mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt wurden. Sam Rainsy überlebte nur, weil sich sein Leibwächter über ihn warf und dafür mit dem eigenen Leben bezahlte. (Unvergessen bleibt bis heute die anschließende Pressekonferenz, in der Sam Rainsy das Attentat verurteilt und ankündigt, weiter für Demokratie und Menschenrechte in Kambodscha kämpfen zu wollen. Neben ihm saß damals Chea Vichea, dessen blutende Kopfwunde mit einem Turbanverband notdürftig versorgt worden war, noch sichtlich beeindruckt von dem Geschehen. Acht Jahre später erlag der Gewerkschaftsführer dann einem weiteren Attentat.)

Zahlreiche Indizien und Zeugenaussagen haben immer wieder darauf hingewiesen, dass Hun Sens Leibwächtermiliz eng in das Attentat verstrickt gewesen sei. So soll die Miliz die Attentäter im Anschluss in ein Militärlager der regierenden Kambodschanischen Volkspartei (KVP) eskortiert haben, berichtet der Cambodia Daily erneut am 24. September 2010. Bis heute ist noch niemand für das Attentat verhaftet oder vor Gericht gestellt worden; Hun Sen selbst forderte in einer Radioansprache noch am selben Tag, die Anführer der Demonstration zu verhaften, da diese persönlich für das Attentat verantwortlich seien, so der Cambodia Daily am 31. März 1997. Damals wurden sämtliche Grenzpolizisten angewiesen, die Spitzen der Khmer Nation Party zu verhaften, sobald diese das Land verlassen wollten.  

Da bei dem Anschlag auch ein amerikanischer Staatsbürger verletzt wurde, besteht eine rechtliche Grundlage für Ermittlungen in den USA. Das FBI hatte damit auch begonnen, die Ermittlungen 2009 jedoch unterbrochen. Signifikante Ermittlungsergebnisse hätten in Richtung KVP-loyaler Truppen gezeigt; der ermittelnde Beamte sei jedoch aus Sorge um seine persönliche Sicherheit in die USA zurückberufen worden, so der Cambodia Daily, und die Recherchen seien bis heute unvollständig.

Premierminister Hun Sen und die KVP haben stets scharf dementiert, in das Attentat involviert gewesen zu sein. Die Anzeige gegen den Regierungschef fällt auf den Tag seines Auftritts im Rahmen der UN-Vollversammlung in New York. Während Kambodscha drinnen mit einem MDG-Award ausgezeichnet wurde, demonstrierten draußen gut 20 Menschen für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie – und gegen Hun Sen.

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Noch acht Wochen bis zum Wasserfestival

25. September 2010

Der Tonle Sap ist der einzige Fluss der Welt, der zweimal im Jahr seine Fließrichtung ändert. Wenn im Frühjahr die Eisschmelze im Himalaja einsetzt, führt der 4200 Kilometer lange Mekong so viel mehr Wasser, dass er sich in vor Phnom Penh teilt: Der Hauptstrom und der Tonle Bassac fließen weiter in Richtung südchinesisches Meer, während ein Teil des Wassers mehrere hundert Kilometer landeinwärts fließt und so den größten Binnensee Südostasiens auf fast 11.000 Quadratmeter anschwellen lässt. Im Herbst  fließt das Wasser dann wieder ab, was zum Vollmond im Oktober oder November dann auch gefeiert wird. Rechtzeitig vor dem nächsten Bon Om Tuk, wie das Wasserfestival – nicht zu Verwechseln mit dem Neujahrfest im April – in Khmer genannt wird, vom 20. bis 22. November berichtet die Süddeutsche Zeitung über die rituellen und historischen Hintergründe, die nicht ganz ungefährlichen Drachenbootrennen und das dann von Besuchermassen übervölkerte Phnom Penh.

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Der erste Tag von Pchum Ben

25. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

Der gestrige Constitution Day markierte zugleich auch den Beginn der vierzehntägigen buddhistischen Feierlichkeiten Pchum Ben.

Am 24. September 1993 hat der damalige kambodschanische König Norodom Sihanouk die neue Verfassung unterzeichnet, nach den jahrelangen blutigen Gewalttaten der Roten Khmer-Gewaltherrschaft. Viele Kambodschaner benutzten den freien Arbeitstag, um eines ihrer wichtigsten religiösen Feste zu beginnen: das Pchum Ben.

Am ersten Tag von Pchum Ben strömen die Gläubigen in Scharen zu den Tempeln, um ihrer Verstorbenen mit Gebeten und Opfergaben zu gedenken. Im Land der Khmer ist es eine alte Tradition, menschliche Zuneigung und ein enges soziales Miteinander durch die Gabe von Speisen zu bekunden. So erklärt es sich, dass die Menschen am Totengedenktag als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit den Verstorbenen Unmengen an besonderen Speisen in die Tempel tragen, um sie dort für die Toten zu opfern.

In der zweiten Wochenhälfte vom 7.-9. Oktober werden dann viele zu ihren Verwandten und Familien in die Provinzen fahren um den Höhepunkt des Festes zuhause zu begehen; die meisten in Phnom Penh Lebenden haben ihre Wurzeln auf dem Land. Ab Mitte der Woche wird so auch der Strassenverkehr stark zunehmen und mit ihm die ohnehin hohe Unfallrate wesentlich ansteigen.

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Militär-Übung gestartet

24. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

Kambodscha hat am Donnerstag eine Militärübung bei Phnom Veng, etwa 350 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Phnom Penh und in der Nähe der thailändischen Grenze, begonnen.

Die Manöver bilden den Höhepunkt eines dreimonatigen Trainings von rund 1000 RCAF-Angehörigen Es handle sich dabei um normale Übungen, welche die Verteidigungskraft stärken und moderne Technologien einsetzen. Damit zeigen wir unsere militärische Muskelkraft, betonte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Es ist die zweite grössere militärische Übung in diesem Jahr, die erste fand in der Provinz Kampong Chhnang statt.

Im Juli führte Kambodscha zudem eine zweiwöchige multinationale Übung mit Codenamen “Angkor Sentinel 2010″ durch, die von rund 1.000 Soldaten aus 26 Ländern und zwei internationalen Organisationen bestritten wurde.

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Oktoberfest in Phnom Penh

24. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier | Ein Kommentar »

Die Vereinigung von deutschen Geschäftsleuten in Kambdoscha (Arbeitskreis Deutsche Wirtschaft, ADW) bereiten sich auf eine bayrische Charme-Offensive vor. Vom 15.-17. Oktober 2010 sollen auch in Phnom Penh Sauerkraut, Schweinshaxen und Unmengen Bier anlässlich eines lokalen Oktoberfest genossen werden können. Zudem wird eine Musikkapelle aus Bayern eingeflogen, die für deutsche Bier- und Feststimmung sorgen sollen.

Der Präsident der German Business Group Cambodia, Paul Thomas, sagte am Dienstag, er hoffe dass der Geist des Frühschoppens auch in der Hauptstadt der Khmer zu spüren sein werde.

Die Veranstalter hoffen an den drei Tagen jeweils bis zu 1’800 Eintritte zu verkaufen. Das Ticket für den Zugang zum Oktoberfest und zwei Getränke (Bier/Soft), das im Hotel Cambodiana über die Bühne gehen wird, kostet 18 $. Essen und weitere Getränke müssen zusätzlich bezahlt werden.

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Sam Rainsy nimmt Stellung

23. September 2010

Sam Rainsy hat sich nach seiner neuerlichen Verurteilung in einem Pressestatement zu den Vorwürfen geäußert. Der Kambodscha-Blog erlaubt sich, im Rahmen seiner politischen Neutralität die Stellungnahme zu veröffentlichen. Leserinnen und Leser sind ausdrücklich ermuntert, von der Kommentar-Funktion Gebrauch zu machen.

September 23, 2010

 

TODAY’S VERDICT FROM A KANGAROO COURT

REFLECTS PHNOM PENH’S SUBSERVIENCE TO HANOI

 

On a purely technical and truly legal ground, the charges levied against me by the Cambodian government are totally baseless.

Swiss independent map expert Régis Caloz, a professor at the prestigious Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne who had been consulted on the issue, wrote on March 23, 2010 a detailed technical report showing that I have not “produced” or “falsified” any map and that the conclusions I have reached on the issue of Cambodian farmers losing their lands because of border encroachment, are correct. Professor Caloz’s report has been acknowledged by the Geneva-based Inter-Parliamentary Union and its Committee on the Human Rights of Parliamentarians, and is available to everybody.

Therefore, the charges against me are of a strictly political nature. Only a Kangaroo court can issue the type of verdict we saw today. Everybody, from independent human rights organizations to the UN Special Rapporteur on the Human Rights situation in Cambodia, rightly says that the judiciary in this country is everything but independent, being only a political tool for the authoritarian ruling party to silence any critical voices.

Today’s verdict actually reflects the Vietnamese government’s anger against, and worry about, me because I dared, as a Cambodian member of parliament, defend Cambodian farmers, who are my constituents, against continuous border encroachments by Vietnam.

Following a border incident on October 25, 2009 when I uprooted a fake border post illegally planted on a rice field belonging to a Cambodian farmer in Svay Rieng province, there had been no reaction whatsoever from any Cambodian official or authority. The first public reaction actually came ten days later, on November 4, fromVietnam’s prime minister in person, Mr. Nguyen Tan Dung who officially recommended fromHanoithat thePhnom Penhgovernment punish me.

Today’s verdict is the reflection and the result of that recommendation from a foreign country.

Sam Rainsy

Member of Parliament

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