Ungleicher Rückgang der Kindersterblichkeit

8. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

Die Verringerung der Kindersterblichkeit in Kambodscha verläuft zu Ungunsten der einkommensschwachsten Gruppen. Kinder aus den ärmsten 20 Prozent haben eine dreimal kleinere Wahrscheinlichkeit 5 Jahre alt zu werden. Dies geht aus einem Bericht der Gruppe “Save the Children” hervor, der im Hinblick auf die kommende Überprüfung der UN-MDG 2015 für 31 Entwicklungsländer erstellt wurde.

Der Bericht mit dem programmatischen Titel “Eine faire Chance aufs Leben: Warum Chancengleichheit bei der Kindersterblichkeit wichtig ist”, argumentiert, dass Kambodscha sein Millenniums-Entwicklungsziele bei der Kindersterblichkeit erreichen könnte bei einer stringenten Gleichbehandlung auch der einkommensschwachen Familien.

Bei der Reduktion der Kindersterblichkeit um 2/3 im Zeitraum von 1990 bis 2015 greifen die Massnahmen in Kambodscha weniger schnell als im Durchschnitt der 31 untersuchten Entwicklungsländern.

Veröffentlicht unter Entwicklungszusammenarbeit, Gesellschaft | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

UN “loben” Kambodscha

6. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

In einem Bericht im Vorfeld des Gipfeltreffens der Vereinten Nationen zu den UN Millennium Entwicklungszielen in New York vom 20.-22. September schneidet Kambodscha zusammen mit weiteren Staaten (Honduras, Laos, Äthiopien, Uganda, Burkina Faso, Nepal,Ghana) bei der Zielerreichung am besten ab. Die kambodschanische Regierung ist zufrieden mit dem für sie “rosigen” UN-Blumenstrauss.

Der Bericht, der vom Center for Global Development, einem in den USA ansässigen unabhängigen Think Tank zusammengestellt wurde, beurteilt die Erreichung von insgesamt acht Zielen, die von 189 UN-Mitgliedstaaten im Jahr 2000 verabschiedet wurden und bis 2015 erreicht werden sollen.

Für das Königreich Kambodscha wird im Bericht festgestellt, dass es auf dem richtigen Weg sei bei der Armutsbekämpfung, Bildung, Gleichstellung der Geschlechter, Ernährung und Zugang zu Wasser. Zudem sollte es bis 2015 für Kambodscha möglich sein, in etwa 50 Prozent der Ziele bei der Mütter- und Kindersterblichkeit zu erreichen.

Bereits ist Kritik am methodischen Vorgehen des UN-Berichtes entstanden, denn Berichte anderer Organisationen zeichnen ein wesentlich weniger optimistisches Bild.

So werde z.B. “der Zugang zu sauberem Wasser “als alleiniger Indikator zur Messung des Fortschritts bei der Erreichung der ökologischen Nachhaltigkeit herangezogen. Experten vor Ort warnen, dass ein weit pessimistischeres Bild entstehe, wenn man einzig den Indikator “Zugang zu sanitären Einrichtungen” heranziehe.

Einig ist man sich in Kambodscha über den Erfolg bei der Kindersterblichkeit und HIV-Bekämpfung: das seien die grossen Erfolgsgeschichten in Kambodscha.

Veröffentlicht unter Entwicklungszusammenarbeit | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schiedsgerichts-Prüfungen boykottiert

6. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

Alle 54 Bewerber für das geplante National Arbitration Center haben die für das Wochenende angesetzten Prüfungen am Ende des Ausbildungslehrganges verweigert. Sie begründen ihre Haltung damit, dass die im letzten Jahr von der Regierung erlassenen Vorschriften keine qualifizierenden Abschlusstests vorsehen. Falls die rechtlichen Vorgaben geändert würden, wären sie jedoch bereit, den Buchstaben des Gesetzes Folge zu leisten, auch bei rückwirkender Anpassung. Die Reaktion des Justizministeriums steht noch aus. Alle Kandidaten für die Schiedsgerichte wollen in dieser Woche ihre Bewerbungsschreiben an die Behörden einreichen.

Kambodschas National Arbitration Center soll die Beilegung wirtschaftlicher Streitigkeiten aussergerichtlich regeln, da in der Regel die meisten kambodschanischen Gericht zeitlich wie fachlich für Wirtschaftsstreitigkeiten überfordert sind.

Das National Arbitration Center wird der erste kommerzielle Schlichtungsstelle in Kambodscha sein und der Wirtschaft eine alternative Streitbeilegung anbieten; damit sollen Streitigkeiten schnell lösen, preiswert, fair und sicher geregelt werden.

Der Start der Schiedsgerichte ist für das kommende Jahr 2011 geplant.

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Erstmals chinesischer Sprachtest in Kambodscha

6. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

Für mehr als 80 kambodschanische Studenten fand am Sonntag erstmals in Kambodscha der Chinese Proficiency Test bekannt als HSK, statt.

Der Test wurde an zwei Prüfungsorten abgehalten, einer war das Konfuzius-Institut in der Royal Academy of Cambodia in Hauptstadt Phnom Penh, der andere eine Universität in Banteay Meanchey, etwa 360 km nordwestlich von der Hauptstadt Phnom Penh. Unter den Prüflingen waren Regierungsvertreter, Studenten sowie Privatpersonen.

Die wachsende Zahl von Lernenden der chinesischen Sprache in den vergangenen Jahren in Kambodscha ist vor allem auf die Entwicklung der Beziehungen zwischen China und Kambodscha zurückzuführen, insbesondere auf die vermehrte Stärkung der wirtschaftlichen und handelspolitischen Beziehungen in den letzten Jahren.

Das Konfuzius-Institut
in Kambodscha wurde am 22. Dezember 2009 gegründet und wird gemeinsam von der Royal Academy of Kambodscha und China’s Jiujiang University in der Provinz Jiangxi betrieben.

HSK (Hanyu Shuiping Kaoshi) ist ein standardisierter Test der chinesischen Sprachkenntnisse für Fremdsprachler. HSK wird von vielen als gleichwertig mit dem englischsprachigen TOEFL-Test betrachtet.

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Cambodia’s desired Cooperation with East Germany’s Stasi in the 1980s: the History of failed Requests

5. September 2010

By Markus Karbaum

In most communist countries, effective intelligence capacities have been crucial for their internal stability. Especially, the Ministry of State Security (in short MfS or Stasi) of the German Democratic Republic (GDR) was famous for its ability to control its own people – even in Southeast Asia. Although the People’s Republic of Kampuchea (PRK) has had an elaborate network of informers since the early 1980s, the political leaders sought assistance to strengthen its security apparatus. Due to ideological similarities – both states were pro Soviet – rumours have persisted for a long time that Cambodian intelligence officials had been trained by the Stasi in the 1980s. However, after examining and evaluating the relevant dossiers in Berlin, this assumption has not been proved. Den ganzen Artikel lesen »

Veröffentlicht unter Geschichte | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

300 Vergewaltigungen in den ersten 7 Monaten

4. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

Am Mittwoch ist in der Provinz Ratanakkiri ein 14-jähriger Student wegen Vergewaltigung eines vierjährigen Mädchens verurteilt worden. Kinder machen zwei Drittel der insgesamt in diesem Jahr bis dato bekannt gewordenen 300 Fällen aus, wie die Menschenrechtsgruppierung Adhoc berichtet. Für die vergleichbare Periode des Vorjahres hat die Menschenrechtsgruppe Licadho von 194 Fällen, davon 141 Vergewaltigungen von Kindern, in 14 Provinzen des Landes berichtet.

Allein in den ersten drei Tagen des laufenden Monats hat die Tageszeitung “The Cambodia Daily” von 12 Fällen, davon 8 Kindervergewaltigungen geschrieben. Aber die Dunkelziffern sind auch in Kambodscha sehr hoch: es gibt keine offiziellen Statistiken, die Angaben kommen alle von Menschenrechtsorganisationen. Diese betonen, dass sie keinen steigenden Trend ausmachen können, aber ihre zusammengestellten Zahlen stiegen Jahr für Jahr an.

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Maul- und Klauenseuche in der Provinz Kampong Cham

4. September 2010 | Von Alfred Wilhelm Meier

In mehreren Distrikten der Provinz Kampong Cham sind mehr als 300 Kühe an Maul- und Klauenseuche gestorben. Die Seuche ist im Monat August ausgebrochen; weitere 600 Tiere sind mit der Krankheit angesteckt. Jetzt fehlen in vielen Teilen der Provinz die Tiere für das Ziehen der Pflüge beim unmittelbar anstehenden Bestellen der Reisfelder. Die Regierung ergreift nun die entsprechenden Massnahmen für eine Impfaktion. Behördenvertreter betonen, dass die üblichen “traditionellen” Heilverfahren den Ausbruch der Seuche beschleunigt hätten. Die letzte grössere Epidemie hat vor gut 10 Jahren in Kambodscha gewütet.

Veröffentlicht unter Umwelt und Natur | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Licadho prangert Menschenrechtsverletzungen an

3. September 2010

Die Menschenrechtsorganisation Licadho hat in einem neuerlich vorgelegten Bericht auf gravierende Probleme in Kambodscha seit 2008 hingewiesen. Regierungsbeamte und Unternehmen würden zunehmend Sicherheitskräfte und Gerichte instrumentalisieren, um Opfer von Landrechtsdisputen, Gewerkschafter und Journalisten einzuschüchtern. Obwohl Kambodscha zahlreiche internationale Konventionen unterzeichnet und ins nationale Recht aufgenommen hat, habe sich die Situation für human rights defenders weiter verschlechtert, so Licadho-Gründerin und -Präsidentin Pung Chhiv Kek im Gespräch mit der Phnom Penh Post. Gegenüber Voice of America bemerkte sie, dass die Rechte auf Assoziations- und Versammlungsfreiheit immer stärker eingeschränkt würden, während die Gerichte aufgrund der zunehmenden Zahl von Verleumdungs- und Desinformationsklagen nunmehr eine Waffe der Reichen und Mächtigen darstellten.

Dabei komme es häufig gar nicht mehr zu Gerichtsverhandlungen, denn Einschüchterungen und jahrelange Überwachung durch die Polizei würden oft bereits die gewünschte Wirkung entfalten. Oft würden Angeklagte auf Kaution entlassen und nicht weiter belangt; da aber die Anklage nicht fallengelassen wird, können die Sicherheitskräfte praktisch jederzeit wieder eine Verhaftung vornehmen. Regierungssprecher hingegen verteidigten das Vorgehen der Polizei als begründet und wiesen die Kritik zurück.

Veröffentlicht unter Menschenrechte | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Lackmustest für Kambodschas Anti-Korruptions-Beamte

3. September 2010

Eine mehr als eineinhalb Jahrzehnte währende Vorbereitung, große Kritik und Diskussionen und zuletzt eine mehr als skurril anmutende Vereidigung der zuständigen Regierungsbeamten: Kambodscha nähert sich zumindest verbal dem Ziel der Korruptionseindämmung (von Bekämpfung sollte angesichts der Realitäten im Land besser nicht gesprochen werden). Inwiefern es tatsächlich einen politischen Willen dazu gibt oder ob es mal wieder nur um Augenwischerei der eigenen Bevölkerung und der internationalen Gebergemeinschaft gegenüber handelt, wird sich schon sehr bald zeigen. Die Anti Corruption Unit (ACU), die im Zuge des im Frühjahr verabschiedeten Anti-Korruptionsgestzes verabschiedet wurde, wird bereits kurz nach ihrer Etablierung von Anzeigen überschwemmt. Chea Hean, Direktor einer nationalen Umweltgruppe, beschuldigte 241 Amtspersonen, darunter auch ein Distriktgouverneur, in den illegalen Handel im Tropenholz in der Provinz Kampong Speu verwickelt zu sein. Dabei ist sich Chea der großen Gefahr, in die er sich damit begibt, durchaus bewusst – auch den eigenen Tod kalkuliere er mit ein, berichtet die Phnom Penh Post.

Auch von der Zeitung befragte Bürger Phnom Penhs bewerteten die Erfolgsaussichten im Kampf gegen die Korruption als eher schlecht. Besonders Mutige gaben an, dass es sich um ein systematisches Problem Kambodschas handele, das ihre politischen Führer mit einschließe. Ein Mitarbeiter der Menschenrechtsgruppe Adhoc monierte außerdem, dass die Beamten der ACU allesamt Mitglieder der regierenden Kambodschanischen Volkspartei (KVP) und damit nicht unabhängig seien. Dies mache es unmöglich, Korruption im Land zu eliminieren.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Freedom House kritisiert Arbeitnehmerrechte

2. September 2010

Gemessen an den Rechten der Arbeitnehmer sei Kambodscha repressiv, so die amerikanische Forschungseinrichtung Freedom House in einer vergleichenden Studie. Trotz eines ziemlich robusten Rechtssystems sei seine Durchsetzung nur schwach ausgeprägt. Die Regierung respektiere aufgrund internationalen Drucks hin zwar einige Arbeiterrechte, anti-gewerkschaftliche Schikanierungen, Entlassungen von Betriebsräten und Gewerkschaftern und Gewalt durch Schlägertrupps seien üblich. Seit 2004 sind mindestens drei hochrangige Repräsentanten der größten Gewerkschaft des Landes, die Free Trade Union of Workers of the Kingdom of Cambodia (FTUWKC oder FTU), ermordet worden – der bekannteste unter ihnen war ihr damaliger Präsident Chea Vichea. Bis heute sind die Fälle juristisch nicht aufgearbeitet worden, wohingegen Verhaftungen von Gewerkschaftsführern wegen Verleumdung und Beleidigung immer wieder vorgekommen sind. Für die Arbeiter hätte die Zunahme von Kurzzeitverträgen dazu geführt, dass Arbeitgeber zunehmend den Jahresurlaub und Frauen Mutterschaftsschutz verweigerten. Die Angst um den Arbeitsplatz in wirtschaftlich nicht einfachen Zeiten führe auch dazu, dass immer mehr Arbeiter davor zurückschreckten, sich gewerkschaftlich zu organisieren.

Veröffentlicht unter Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar