Zivilgesellschaft zum internationalen Tag der Demokratie

18. September 2010

2007 hatte die Un-Vollversammlung beschlossen, den 15. September zum internationalen Tag der Demokratie zu machen. Ob er dereinst eine Tradition begründen kann wie der 1. Mai (Tag der Arbeit) oder der Weltspartag in der jeweils letzten Oktoberwoche, sei dahingestellt; jedenfalls haben zivilgesellschaftliche Gruppen diesen Ball gerne aufgenommen und ihr unermüdliches Spiel mit der Regierung auch an diesem Tag fortgesetzt. Voice of America berichtet, dass in einem gemeinsamen Aufruf mehr Raum für Demokratie und Justizreformen eingefordert. Außerdem riefen sie zu mehr Toleranz zwischen der politischen Mehrheit und den Minderheiten auf. Politische Freiheitsrechte, die seit den 80er Jahren seit dem Fall der Roten Khmer gewonnen worden seien, befänden sich wieder im Rückgang. Thun Saray, Präsident der Menschenrechtsorganisation Adhoc und Vorsitzender des Cambodian Human Rights Action Committee (CHRAC) betonte, dass die Akzeptanz von Kritik in Kambodscha begrenzt sei. Sok Sam Oeun, Direktor des Cambodian Defenders Project (CDP), eine Organisation für juristische Beratung  und anwaltliche Unterstützung, fordert die Regierung auf, den Justizsektor mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft dringend zu reformieren. Cheam Yeap, Parlamentarier der regierenden Kambodschanischen Volkspartei (KVP), meinte, die Regierung täte dies bereits. Die Meinungsfreiheit habe sich entwickelt und sei gestärkt worden. Der stimmte zu, dass Toleranz zwischen den Parteien wichtig sei, aber die Minderheit müsse stets auf Grundlage von Recht und Gesetz handeln.

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Organisation weist auf Probleme in der Wasserversorgung hin

18. September 2010

Die amerikanische Organisation Church World Service, eine Vereinigung von 35 protestantischen, orthodoxen und anglikanischen Gruppen, hat auf die noch unzureichende Wasserversorgung in ländlichen Gebieten Kambodschas, wo mehr als 80% der Bevölkerung lebt, aufmerksam gemacht. Nur 65% hätten Zugang zu sauberem Trinkwasser, und lediglich 16% verfügten über angemessene sanitäre Anlagen. Dagegen sei es dem Wasserwerk Phnom Penhs gelungen, 90% seiner Einwohner mit sicherem Trinkwasser zu versorgen, wofür sie kürzlich sogar in Stockholm eine internationale Auszeichnung erhielt. Die Mängel jenseits der Hauptstadt verursachten angebliche Kosten von rund 500 Mio. USD jährlich, da sie Touristen abschrecke und ernsthafte Krankheiten fördere. Davon seien insbesondere Kinder betroffen.

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Kambodschas behinderte Kinder stehen im Mittelpunkt des kommenden Dreikönigssingens

17. September 2010

Rund 500.000 Sternsinger werden Anfang Januar wieder durch Deutschlands Straßen laufen, die Segensbitte C+M+B („Christus segne dieses Haus“) erteilen und Geld für einen guten Zweck sammeln – 2010 kamen dabei für 2400 Projekte in 110 Ländern immerhin mehr als 40 Millionen Euro zusammen. Unter dem Motto „Kinder zeigen Stärke“ steht die kommende Aktion ganz im Zeichen von Kindern mit Behinderung. Als Beispielland wurde Kambodscha gewählt, wo zahlreiche Kinder aufgrund von Mangelernährung, Landminen und Blindgängern mit Behinderungen leben müssen. Dabei erwartet die Sternsinger auch ein intensives Rahmenprogramm: Beispielsweise plant das Bistum Limburg  am 20. November einen Sternsingertag in Frankfurt am Main mit einem Programm über die kambodschanische Kultur. Dabei werden den Kindern landestypische Musik und Tanz präsentiert und eine kurze Einführung in die komplexen Regeln angemessener Begrüßungsformen geboten. Die Kölnische Rundschau berichtet außerdem, dass der vielfach ausgezeichnete TV-Autor und Produzent Armin Maiwald („Die Sendung mit der Maus“) das Dreikönigssingen 2011 mit einem Film über die Förderung von behinderten Kindern in sozialen Einrichtungen in Kambodscha unterstützt. Die Sternsinger würden sich den Film in ihren Gemeinden anschauen. Nicht nur, um sich mit den Lebensumständen dieser Kinder auseinander zu setzen, sondern auch um zu sehen, was mit den Spenden passiert.

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Warum der Streik endete und wie es weitergeht

17. September 2010

Nach mehr als dreieinhalb Tagen Streik der Textilarbeiterinnen hat gestern der kambodschanische Arbeitsminister Ith Sam Heng die Näherinnen und die Arbeitgeber zu Verhandlungen aufgefordert, indem er offiziell das Ende der Lohnstreiks forderte. Für den 27. September 2010 hat das Sozialministerium nun Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern angesetzt. Gestern Mittag hat Ath Thorn, Präsident der Cambodian Labor Confederation, das vorläufige Streikende bestätigt, jedoch betont, dass die Streiks bei ergebnislosen Gesprächen jederzeit wieder aufgenommen werden können.

Der Streik ist nun also vorerst beendet. Auf dem ersten Blick ist der bisherige Verlauf der Arbeitsniederlegung überaus positiv zu bewerten. Eine sich für kambodschanische Verhältnisse sehr zurückhaltende Regierung, nicht bedingungslos auf Konfrontation setzende Tarifpartner und trotz der Seltenheit einer solch groß angelegten Arbeitsniederlegung ein sehr friedlicher Verlauf ohne nennenswerte Zwischenfälle. Das war so nicht zu erwarten gewesen, höchstens zu hoffen, und man hätte durchaus befürchten können, dass es bei einem wochenlangen Massenstreik so wohl nicht weitergegangen wäre. Denn es stand – und steht – für fast alle Beteiligten viel, sehr viel auf dem Spiel. Für die Näherinnen geht es um einen Lohn, mit dem sie ihr tägliches Überleben und das ihrer Familienangehörigen sichern können. Es geht schlichtweg um ihre Existenz.

Die hat die Regierung auch im Blick, aber eher im Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit ihres Produktionsstandorts. Da liegt noch vieles im Argen, insbesondere, was die Energiebereitstellung betrifft. Niemand kann zwar ernsthaft behaupten, der Staat ignoriere die existierenden Probleme völlig, aber deren Beseitigung verläuft weit schleppender als möglich. Und solange haben die Textilarbeiterinnen die Versäumnisse in der Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik mit einem kargen Lohn auszubaden. Den anzuheben ist, ethisch und moralisch gesehen, unabdingbar – genauso wie es gleichzeitig wirtschaftlich verantwortungslos wäre, den Maximalforderungen der Gewerkschaften nachzukommen. Denn die Arbeitgeber haben von allen Beteiligten am wenigsten zu verlieren: Die Fabriken befinden sich hauptsächlich im ausländischen (chinesischen und koreanischen) Besitz; deren Maschinen können mühelos demontiert werden und neue Produktionsstandorte sind schnell gefunden. Natürlich hat die asiatische Textilindustrie immer ein Interesse an lokaler Diversifizierung, um das unternehmerische Risiko etwas abzufedern, aber wenn die Rechnung in einem Land nicht mehr aufgeht, ist ein radikaler Arbeitsplatzabbau höchst wahrscheinlich. Man mag diese Logik der globalisierten Märkte als Neo-Liberalismus verteufeln wollen, aber andersherum ermöglicht sie es Menschen in vielen Entwicklungsländern erst, Teil der weltumspannenden Produktionskette zu werden und ihren Wohlstand zumindest geringfügig zu steigern.

Dass der in Kambodscha dann doch eher minimal ist, hat politische Gründe. Und es scheint nach wie vor das einfachste zu sein, die Löhne zu deckeln anstatt die anderen Produktionsfaktoren fit für den Wettbewerb zu machen. Das wird aber zunehmend zu einem Balanceakt, denn die Näherinnen kommen in ihrer Belastbarkeit an eine spürbare Grenze. Zu große wirtschaftliche Unzufriedenheit war schon oft der Ausgangspunkt für Regimestürze, das wird auch der kambodschanischen Regierung bewusst sein. Ihre Lösung zum vorzeitigen Streikende ist allerdings ein politisches Meisterstück geworden: Die Arbeitnehmervertreter haben dies angekündigt, weil am 27. September Regierung und Tarifpartner wieder miteinander reden wollen, dann aber nicht um die Löhne, sondern viel allgemeiner über eine Resolution zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Inhalt und Datum – erst elf Tage nach dem vorzeitigen Streikende – hätten für die Gewerkschaften eigentlich nie akzeptabel sein können. Nach außen hin dürfte es ihren Führern zwar gerade so gelungen sein, ihr Gesicht zu wahren (was sicherlich auch ein Anliegen der Regierung war), aber dennoch stellt sich die Frage, was hinter den Kulissen wirklich gelaufen ist. Und das ist wenig überraschend: Am 15. September soll einem Bericht zufolge Ith Sam Heng, Minister für Wohlfahrt und Veteranenangelegenheiten, seinen Chef Hun Sen um die Entscheidung gebeten haben, Streikführer At Thorn wegen Aufwiegelung von Arbeitern zu verklagen. Und der stimmte offensichtlich umgehend zu.

Es überrascht kaum, dass am Ende doch wieder Druck und Repression den Verlauf der Dinge entschieden haben dürften. Somit ist nicht nur einmal wieder die Unfähigkeit zu friedlicher Konfliktlösung belegt worden, sondern auch, dass es Hun Sen persönlich ist, der letztinstanzlich über den Umgang mit Dissidenten – Gewerkschafter, Oppositionspolitiker, Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und zivilgesellschaftliche Gruppen – entscheidet. Und daher ist der weitere Verlauf des Arbeitskampfes auch leicht zu prognostizieren: Nach dem noch etwas auf Zeit gespielt wird, werden sich die Gewerkschaften den politischen Realitäten beugen müssen. Ein minimales Entgegenkommen, eventuell auf einen Mindestlohn von 65 USD, ist dabei nicht auszuschließen, um die Arbeiterinnen nicht weiter zu provozieren. Die Gewerkschaftsführer, allen voran Ath Thorn, werden die Wahl haben, entweder das Angebot dankend und gegebenenfalls mit einem privaten goldenen Handschlag anzunehmen oder ein großes persönliches Opfer zu leisten. Wie auch immer sie sich entscheiden: Sie werden den weiteren Gang nicht mehr beeinflussen können.

Die Regierung wird diesen Konflikt zweifellos gewinnen. Sie sollte sich aber auf diesem Sieg nicht ausruhen, denn sonst werden sich die Probleme in den nächsten Jahren sicherlich weiter verschärfen. Hoffentlich hat sie diesen Weckruf gehört, denn man wird nicht auf ewig die wirtschaftlichen Probleme, die größtenteils auf endemischer Korruption basieren, den Arbeitern – und dem gesamten Volk – in die Schuhe schieben können.

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Arbeitskampf dauert an

16. September 2010

Nach drei Tagen Streik in der Textilindustrie verhärten sich allmählich die Fronten. Während die beteiligten Gewerkschaften mittlerweile knapp 200.000 Streikende in 90 Fabriken angeben, spricht der Arbeitgeberverband von gerade mal gut 30.000 Menschen. Van Ou Ieng, Präsident der Garment Manufacturers’ Association in Cambodia (GMAC), wirft den Gewerkschaften außerdem vor, streikunwillige Näherinnen einzuschüchtern und ihnen den Zugang zum Arbeitsplatz zu verwehren. Er zeichnete gegenüber Radio France International das Bild eines gewaltsamen Streiks, der nur von einer Minderheit getragen würde. Die Gewerkschaften haben derweilen angekündigt, dass die ursprünglich auf eine Woche angelegte Arbeitsniederlegung auf mehrere Wochen ausgedehnt würde, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Das Angebot von Arbeitgebern und der Regierung, den monatlichen Mindestlohn von 56 auf 61 USD anzuheben, hatte der Arbeitnehmerverband abgelehnt und verlangt anstatt dessen 93 USD. Der Streik hat erwartungsgemäß bereits zu Produktionsausfällen gesorgt, und weitere Schädigungen für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Kambodscha in der Textilindustrie sind nicht mehr auszuschließen.

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Rote Khmer-Tribunal: Anklage im Fall 2 steht

16. September 2010

Nuon Chea, Khieu Samphan, Ieng Sary und Ieng Tirith, vier der noch lebenden Ex-Führungskader, sind nun auch offiziell von den Außerordentliche Kammern an den Gerichten von Kambodscha wegen Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mord angeklagt worden. Die New York Times berichtet, dass sich der Vorwurf des Völkermords bestimmte Volksgruppen mit einschließe, darunter die ethnischen Minderheiten der muslimischen Cham und Vietnamesen. Die anderen Anklagepunkte beziehen sich unter anderem auch auf die Umsiedlung der Bevölkerung, die Einrichtung von Kooperativen, die Umerziehung „schädlicher Elemente“, die Regelung von Eheschließungen und die Hinrichtungen von zahlreichen „Feinden“. Insbesondere den letzten Vorwurf hatte Nuon Chea, nach Pol Pot der „Bruder Nr. 2“, immer wieder verteidigt. Seit fast auf den Tag genau drei Jahren befindet er sich nun schon in Untersuchungshaft; die anderen drei Angeklagten sind seit November 2007 in Gewahrsam. Die Hauptverhandlung wird frühestens im März 2011 beginnen. Seitens der internationalen Ankläger wird in regelmäßigen Abständen vorgeschlagen, die Zahl der Angeklagten zu erweitern, was von kambodschanischer Seite jedoch jedes Mal zurückgewiesen wird. Nach Steve Heder, einem der renommiertesten Historikern zu Kambodscha, kämen dafür vor allem Kae Pok, Sou Met und Meas Muth in Frage. Einzig Pol Pot und Ta Mok sind bisher verstorben.

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Bargeldloser Zahlungsverkehr via Handy breitet sich immer weiter aus

15. September 2010

Bezahlen via Handy breitet sich auch in Kambodscha immer weiter aus, berichtet das Wall Street Journal. Die nationale Royal Group und die australisch-neuseeländische Bankgruppe (ANZ) sind schon seit Jahren gemeinsam im Bankgeschäft tätig und setzen nun eine Idee mit ihrem Angebot WING um, die in vielen Entwicklungsländern weltweit genutzt wird. Die Idee beruht darin, bargeldlose Transfers auch ohne Konto, Kreditkarte oder Services wie die von Western Union zu ermöglichen. Kunden können sich mit ihrer Benutzernummer und einem Passwort via Mobiletelefon einloggen und dann ihren Kontostand prüfen, bargeldlos bezahlen oder Geld überweisen. Besonders hilfreich ist es, wenn städtische Arbeiter Geld an ihre Familien in den ländlichen Gegenden fernab jeder Bank schicken wollen. Der Empfänger braucht dazu nicht selbst als Kunde bei WING registriert zu sein. Die Kosten fallen mit rund 2100 kambodschanischen Riel bei einem Überweisungsbetrag von 84.000 Riel ziemlich moderat aus (ein USD entspricht 4200 Riel); dagegen seien Alternativen wie der Transport per Kurier deutlich teurer und unsicherer, denn der Verlust des Handys bedeutet nicht den Verlust der Einlage. Bereits jetzt gäbe es 500 Filialen in allen Landesteilen, und rund 1800 Akquisiteure sollen landesweit zu den bereits registrierten ca. 150.000 Kunden neue hinzugewinnen, in dem sie vor allem auch Idee und Funktionsweise erklären.

Mit dieser Geschäftsidee könnte Kambodscha einen großen Schritt in Richtung bargeldlosem Zahlungsverkehr vorankommen. Vor allem die rund 330.000 Textilarbeiterinnen, die aus allen Teilen Kambodschas nach Phnom Penh strömen, werden noch bar entlohnt, senden aber einen Teil ihres Verdiensts an ihre Familien. Als nächste Schritte sind geplant, auch andere Währungen wie etwa den amerikanischen Dollar transferieren zu können und die Bezahlweise systematisch auf Strom- und Wasserrechnungen auszuweiten.

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Bericht prangert Einschränkungen der Meinungsfreiheit an

15. September 2010

Siebzehn kambodschanische Organisationen – zivilgesellschaftliche Gruppen und Gewerkschaften – haben einen umfassenden Bericht über den Rückgang der Meinungsfreiheit in ihrem Land berichtet. Man wolle mit dem Bericht die Regierung und die internationale Gemeinschaft daran erinnern, welch fundamentale Bedeutung die Meinungsfreiheit als Eckpfeiler der Demokratie einnehme, so die Verfasser. Diese sei bedroht, da die Regierung eine systematische Erodierung der Meinungsfreiheit forciere. Dabei werde die Justiz als Organ der Repression missbraucht, um abweichende Meinungen und Kritik an der Regierung zu unterbinden. Opfer seien Parlamentsabgeordnete, Medien, Anwälte und Juristen, Menschenrechtsaktivisten und das Volk. Dies wird mit detaillierten Berichten und Fallstudien ausführlich belegt.

Der Bericht schließt mit einigen Empfehlungen, wie die Regierung Meinungsfreiheit schützen und fördern kann. Darunter sticht die recht simple Forderung hervor, Fälle von Diffamierung und Desinformation, wegen denen viele Kritiker gerichtlich belangt werden, zu entkriminalisieren und der zivilen Gerichtsbarkeit zu unterstellen. Auch die internationale Gemeinschaft solle eine höhere Verantwortung von der Regierung zum Schutz von Meinungsfreiheit und Menschenrechten einfordern. In diesem Zusammenhang wird ein auf den Menschenrechten basierender Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit gefordert, durch den die allgemeine Unterstützung Kambodschas in Abhängigkeit der Menschenrechtssituation gestellt würde.

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Perlen abseits Angkors: Isanapura, die alte Hauptstadt des Reiches Chenla

15. September 2010

Sambor Prei Kuk wird wohl lange kein Geheimtipp mehr sein: Wenn ein so renommiertes Internetportal wie Spiegel-Online über die historischen Bauten berichtet, wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis sich die Touristenströme auch nach Kampong Thom fließen werden. Anders als der ebenfalls hinduistische Tempel Preah Vihear an der nördlichen Grenze zu Thailand ist Sambor Prei Kuk über den Highway 6 sowohl von Phnom Penh als auch von Siem Reap bequem zu erreichen.

Touristen finden dort noch eine etwas ursprünglichere Form Kambodschas, die in manchen Teilen des Landes bereits langsam verschwindet. Sambor Prei Kuk ist der moderne Name der spätantiken-frühmittelalterlichen Hauptstadt Isanapura, die  im frühen siebten Jahrhundert von Isanavarman I. errichtet wurde und das Zentrum des Königreichs Chenla bildete. Auf 300 Hektar erstrecken sich über 150 Tempel und Türme, von denen die meisten aber noch im Regenwald oder unter Erdschichten versteckt sind. Viele Artefakte sind über die Jahrhunderte verloren gegangen; zuletzt sollen die Roten Khmer nicht wenige Figuren verkauft haben, um Waffen und Munition beschaffen zu können.

Zugegeben: Architektonisch wirkt Sambor Prei Kuk längst nicht so spektakulär wie Angkor Wat, der Bayon und Ta Prohm nahe Siem Reap. Deren Anblick kann das Auge auch zu schnell verwöhnen. Wer also genug Zeit für seinen Kambodscha-Trip mitbringt, sollte den Ausflug nach Kampong Thom vielleicht an den Anfang stellen.

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Streik der Näherinnen weitet sich aus

15. September 2010

Nach Angaben Ath Thuns, dem Präsidenten des kambodschanischen Arbeiterverbandes, weitet sich der Streik der Textilarbeiterinnen weiter aus. Bereits 100.000 Menschen hätten an mindestens 50 Fabriken die Arbeit niedergelegt, wie das Free Press Magazine Online berichtet. Das wären fast ein Drittel aller in der Textilindustrie beschäftigten Kambodschaner. Allerdings verfolgen die Gewerkschaften keine einheitliche Linie: Die Free Trade Union of Workers in the Kingdom of Cambodia als größte Einzelgewerkschaft des Landes setzt weiter auf eine Einigung mit dem Arbeitgeberverband GMAC, hat ihren Mitgliedern aber freigestellt, sich am Streik zu beteiligen. Die auf eine Woche angelegte Arbeitsniederlegung verläuft bisher erfreulicherweise sehr friedlich. Dies ist durchaus nicht selbstverständlich, da die kambodschanischen Sicherheitskräfte in der Vergangenheit nie zimperlich mit den Gewerkschaften umgingen. Auch politische Repressionen, ungeklärte Mordfälle, Bedrohungen und juristische Spitzfindigkeiten setzen den Gewerkschaftern seit Jahren zu.

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