Baumstumpf autoerigiert und wird zum Wallfahrtsort

12. Januar 2011

Das hätte man wohl sicherlich selbst gerne gesehen: Ein 200-jähriger Baumstumpf, der im Zuge einer Straßenerweiterung im November 2010 gefällt worden war, hat sich nach Meinung der Dorfbewohner der Gemeinde Sanlong in Nähe der Hauptstadt Phnom Penh über Nacht von selbst wieder aufgerichtet. Die Pappelfeige – besser bekannt unter dem Namen Bodhibaum – ist nun ein spiritueller Ort der Verehrung geworden, Mönche haben Schirme und ein Zelt installiert, damit die Menschen an dem rund zwei Meter hohen Stumpf, der zuvor noch auf der Seite lag, beten und Opfergarben darbringen können. Viele würden auch etwas Rinde abschälen oder Wurzelwerk mit nach Hause nehmen, um davon einen Tee zu kochen. Ein Mönch meinte, der Bodhibaum sei vermutlich magisch, da Buddha unter einem solchen die Erleuchtung gefunden habe. Die Nachrichtenagentur dpa schließt ihren Bericht mit dem Hinweis, dass der Aberglaube in ländlichen Gebieten weit verbreitet sei.

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Ausländische Direktinvestitionen stiegen 2010 um neun Prozent

12. Januar 2011

Der kambodschanische Entwicklungsrat (CDC) hat 2010 Investitionen im Gesamtwert von 2,69 Mrd. USD genehmigt. Dies entspricht einem Rückgang über 54% im Vergleich zum Vorjahr, als noch 5,86 Mrd. USD genehmigt wurden. 2008, also noch bevor die Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise spürbar waren, lag die Investitionssumme noch jenseits der 10 Mrd. USD-Marke – was die massive Bredouille, in die auch Kambodscha geraten war, erst anschaulich macht. Wie die Phnom Penh Post weiter berichtet, wurden insgesamt 102 Genehmigungen erteilt, davon 74 im Industriesektor, 23 in der Landwirtschaft, drei im Tourismus und zwei in anderen Dienstleistungsbereichen. Der größte Posten fällt dabei auf Flughafen-Projekt Siem Reap, das allein mit einer Milliarde USD verbucht wird. Die Summe ausländischer Direktinvestitionen, nach Meinung der meisten Ökonomen ein viel aussagekräftiger Indikator für die relative Stärke einer Volkswirtschaft, stieg leicht von 2,1 Mrd. USD in 2009 auf 2,29 Mrd. USD ein Jahr später an (+ 9%).

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Hochrangiger Polizeioffizier und ein Armeegeneral verhaftet

10. Januar 2011

Das Internetportal Cambodian Express News berichtet von zwei Aufsehen erregenden Verhaftungen: Am 9. Januar wurde Hun Hean in Handschellen abgeführt; bis zum 7. Januar war er noch Polizeichef der Provinz Banteay Meanchey gewesen. Einer seiner Stellvertreter wurde ebenfalls verhaftet, Grund sei ihre Verwicklung in den Drogenhandel. Der Fall liege nun in der Hand der Anti-Korruptionsbehörde (ACU) und der Justiz. Den Arresten vorausgegangen war ein Besuch in der Provinz von Innenminister Sar Kheng und Ke Kim Yan, dem Chef der Anti-Drogenhandel-Einheit, vormaligem Militär-Oberbefehlshaber und dem Vater von Sar Khengs Schwiegertochter.

Am 10. Januar wurde außerdem General Samit Virak in Phnom Penh durch die Militärpolizei verhaftet. Ihm wird zu Last gelegt, in illegale Landdeals verwickelt zu sein. Bei der Hausdurchsuchung seien zahlreiche Beweise sichergestellt worden, neben entsprechenden Dokumenten fünf Kalaschnikows AK-47 und vier Fahrzeuge (was immer das aussagen mag).

Diese beiden Fälle spielen in etwa in der Kategorie, in der auch die Verhaftung von Tob Chan Sereyvuth, dem obersten Staatsanwalt der Provinz Pursat, Ende November fällt. Ob das nun wirklich die ersten Anzeichen des beginnenden Kampfes gegen die endemische Korruption sind, die mit der Verabschiedung des Anti-Korruptionsgesetzes und der Implementation der ACU im letzten Jahr eingeläutet wurden, bleibt allerdings weiterhin fraglich. Viele Akteure der kambodschanischen Sicherheitskräfte sind in organisierte Kriminalität verwickelt, was zumindest die Duldung der Politik erfordert. Bei den bisherigen Verhaftungen könnte es sich daher vielmehr um Abrechnungen in internen Machtkämpfen unter dem Deckmantel der Korruptionsbekämpfung handeln, denn praktisch alle hochrangigen Persönlichkeiten in Staat, Sicherheitsapparaten und Politik haben Leichen im Keller liegen. Und deswegen scheint es bis heute unmöglich, den kambodschanischen Korruptionssumpf trocken zu legen: Beschuldigte aus der zweiten oder dritten Reihe könnten zur eigenen Rettung schnell ihre Vorgesetzten belasten – und vielleicht auch stichhaltige Beweise vorlegen.

Die Stabilität dieses potentiell doch eher äußerst instabilen Systems ist bisher eines der markantesten Merkmale des Regimes. Jeder auch noch so kleine Eingriff – wie diese drei Verhaftungen – birgt die Gefahr, das Kartenhaus schneller als gedacht zum Einsturz zu bringen. Es wird also äußerst interessant zu beobachten sein, wie es demnächst weitergeht.

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Kambodschanischer Holzfäller von thailändischen Soldaten erschossen

9. Januar 2011 | Von Markus Karbaum | Keine Kommentare »

Während Kambodscha jene verhaftet, die illegal die Grenze von Thailand aus überqueren, machen die Thais ihrerseits kurzen Prozess: Am Morgen des 7. Januars umzingelte eine thailändische Armeeeinheit eine Gruppe von elf Kambodschaner, die aus der Provinz Oddar Meanchey kommend in Thailand als Holzfäller arbeiten wollten. Dabei wurde laut Radio Free Asia ein Mann getötet und ein weiterer verletzt.

Zuletzt waren Ende September zwei kambodschanische Frauen – Mutter und Tochter – in Thailand erschossen worden. Im Gegensatz zu den thailändischen Grenzgängern, die Ende Dezember offensichtlich in politischem Auftrag in ein militärisches Sperrgebiet des Nachbarn eingedrungen waren, haben diese Vorfälle mit Todesopfern allerdings noch nicht zu diplomatischen Protestnoten geführt.

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Vor 32 Jahren wurde Phnom Penh von den Roten Khmer befreit

7. Januar 2011

Am 7. Januar 1979 befreiten vietnamesische Truppen Phnom Penh von den Roten Khmer. Das Nachfolgeregime, das sich bis heute an der Macht hält, hat daraus seinen sakralen Gedenktag gemacht. Der 7. Januar war lange Zeit das Fundament der eigenen politischen Legitimität; auch heute berufen sich noch Premierminister Hun Sen und seine regierende Kambodschanische Volkspartei (KVP) auf die damaligen Ereignisse, aber ihre Beschwörungen klingen heute, 32 Jahre danach, nur noch als ein Echo längst vergangener Tage, das selbst bei der eigenen Bevölkerung nicht mehr ankommt. Denn das Regime steht zu sehr auf eigenen Füßen, und viele Probleme wie Korruption, land-grabbing und andere Menschenrechtsverletzungen begründen auf eigenen Politiken und sind weniger ein unmittelbares Erbe der Roten Khmer. Für die Vietnamesen standen damals andere Erwägungen im Vordergrund, als die Kambodschaner vom Terror zu befreien, aber sie erkannten schnell, dass sie so ihre Besetzung propagandistisch als eine Befreiung verkaufen konnten. Sie blieben dann noch bis 1989, aber wirklich frei sind die Kambodschaner bis heute nicht, denn dafür sorgt die autokratische Regierung.

Das ist auch der Kern der Kritik, der aus den Reihen der Opposition vorgebracht wird. Wie die Phnom Penh Post nun berichtete, reagiert Hun Sen darauf doch ziemlich dünnhäutig: Der 7. Januar habe alles und jeden befreit, inklusive Gespenster und böse Geister und selbst die Köpfe derer, die den 7. Januar verfluchten. Niemand will Hun Sen auch absprechen, dass nahezu jede Alternative zum Terror der Roten Khmer besser ist, aber er hat es bis heute nicht geschafft, Argumente jenseits dieses doch sehr bescheidenen Anspruchs vorzubringen. Hinzu kommt, dass er und viele andere heutige Spitzenpolitiker schon Kader der Roten Khmer waren, die 1975 in die Hauptstadt einmarschierten. Dazu mal ein selbstkritisches Wort? Fehlanzeige!

So ist es für den flüchtigen Oppositionsführer Sam Rainsy auch ein leichtes, an dieser Stelle abzustauben und einen leichten politischen Treffer zu erzielen: Er weist daraufhin, dass es die Vietnamesen selbst waren, die Anfang der 70er Jahre die Roten Khmer massiv aufrüsteten, um im Krieg gegen die mit der USA verbündete Republik Kambodscha eine zweite Front zu errichten.

Blickt man in diesen Tagen in die Presse, drängt sich auch eher der Eindruck auf, dass Freiheit in Kambodscha ganz anders ausgelegt wird als in anderen Gefilden. Nichtregierungsorganisationen beklagen ein demnächst zu verabschiedendes Gesetz, das ihre Anliegen regulieren soll, als die „ernsthafteste Bedrohung der Zivilgesellschaft seit Jahren“, so die Phnom Penh Post. Sam Rainsy grüßt, wie gesagt, aus dem Exil – sieht so eine liberale Demokratie aus? Chea Sim, Präsident der KVP und wohl immer noch gesundheitlich angeschlagen, fordert laut AFP, der hybride Gerichtshof gegen die noch lebenden Topkader der Roten Khmer solle die nationalen Leistungen sichern, insbesondere den schwer erkämpften Frieden (was für ein sprachliches Bild!) und die Stabilität. Kein Wort von Aufarbeitung oder Gerechtigkeit. Aber warum bloß?

Frieden, Freiheit, Wohlstand und Stabilität sind Begriffe, die lediglich auf die Führer des Regimes und ihre Clans anwendbar sind. Man sieht und hört hier den Selbsterhaltungstrieb eines Regimes, das fest im Sattel sitzt und sitzen bleiben möchte. Der Großteil der Bevölkerung verharrt dagegen unfrei in Armut und sieht sich zunehmend staatlich-wirtschaftlichen Eingriffen in Form von land-grabbing ausgesetzt, die die eigene Lebensgrundlage zerstören. Der 7. Januar 1979 ist daher aus Deutscher Perspektive eine Mischung aus dem 8. Mai 1945, als die Nazis kapitulierten, und dem 7. Oktober 1949, als die DDR gegründet wurde. Einen 9. November 1989 es in Kambodscha aber noch nicht gegeben.

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Abhisits Reisegruppe weiter in Gewahrsam

6. Januar 2011

Der thailändische Abgeordnete Panich Vikitsreth und seine sechs Begleiter sind zu einer ersten Annhörung im städtischen Gericht in Phnom Penh erschienen. Die Öffentlichkeit war dabei ausgeschlossen, und laut dpa steht auch noch nicht fest, wann das Verfahren offiziell eröffnet werden soll. Für das unbefugte Eindringen in militärisches Sperrgebiet am 29. Dezember droht ihnen eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten.

Derweilen ist deutlich geworden, dass sich die Gruppe im Auftrag von Thailands Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva in der Grenzregion aufhielt. Offiziellen Angaben zu Folge sollten Beschwerden von Bewohnern thailändischer Dörfer direkt an dem umstrittenen Grenzverlauf aufgenommen werden – eine Weisung, die Grenze nach Kambodscha zu überschreiten, soll es nicht gegeben haben. Mittlerweile ist aber offensichtlich ein Video aufgetaucht, auf dem Panich – der der regierenden Demokratischen Partei angehört – einen Mitarbeiter des Ministerpräsidenten anruft und ihn informiert, dass die Gruppe die Grenze nach Kambodscha überschritten habe. Seitens thailändischer Behörden wird auch gar nicht mehr bestritten, dass die Festnahme definitiv auf kambodschanischem Territorium erfolgte, wenn auch nur 55 Meter jenseits der Grenze.

Derweilen bemüht sich Thailand weiter, eine Freilassung auf diplomatischem Weg zu erwirken. Schwierigkeiten bereitet dabei wohl Veera Somkwamkid, ein in Kambodscha nicht mehr unbekannter Gelbhemden-Aktivist, der laut der thailändischen Zeitung The Nation im August schon einmal die Grenze illegal überquert haben soll und damals von den Kambodschanern schnell und unkompliziert wieder freigelassen wurde. Zwar werden aus Bangkok nun auch keine öffentlichen Forderungen nach schneller Freilassung mehr gestellt, aber Außenminister Kasit Piromya kündigte bereits an, die bilateralen Beziehungen zu Kambodscha überprüfen zu wollen, sofern Phnom Penh die Angelegenheit eines geringfügigen illegalen Grenzübertritts weiter so ernst nehme.

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Kampf gegen Korruption zum Scheitern verurteilt

4. Januar 2011

Die Arbeit der im letzten Jahr installierten Anti-Korruptionsbehörde (ACU) droht immer mehr zur Lachnummer zu werden. Von Januar bis März sollen nun Beamte „einschließlich des Premierministers“ (so dpa) Auskunft über ihr Vermögen geben, inklusive Immobilienbesitztümer, Fahrzeuge und Geschäftsbeteiligungen. Hierbei handelt es sich um eine Selbstauskunft, wobei unklar ist, wie die Angaben durch die ACU kontrolliert werden sollen. Viel gravierender fallen allerdings die Lücken aus, die so groß sind, dass das ganze Vorhaben schon vor Beginn völlig absurd erscheinen lässt: Kontoguthaben und Bankeinlagen sind von den jeweiligen Deklarationen ebenso ausgeschlossen wie der Besitz von Ehegatten und anderen Familienmitgliedern. Dabei ist allgemein bekannt, dass Sachbesitz grundsätzlich auf Kinder und Gatten eingetragen ist und viele Unternehmen von Ehefrauen hochrangiger Kabinettsmitglieder geführt werden. Sollten sich die Verantwortlichen nicht zu umfassenderen Prüfungen durchringen, dürfte das Ergebnis bereits jetzt schon feststehen, nämlich dass in Kambodscha kein einziger Spitzenpolitiker korrupt ist – denn dass wurde ja durch die „unabhängige“ ACU bewiesen!

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Hun Maneth wird Generalmajor

4. Januar 2011 | Von Alfred Wilhelm Meier

Der 33 Jahre alte Hun Maneth, Sohn von PM Hun Sen, ist zum Zweisternegeneral befördert worden.

Hun Maneth leitet gegenwärtig die Anti-Terror-Abteilung im kambodschanischen  Verteidigungsministerium und war im vergangenen September zum stellvertretenden Leiter der persönlichen Leibwache des Premierministers ernannt worden. Beobachter gehen davon aus, dass Hun Sen mit dieser Beförderung seines ältesten Sohnes einen weiteren wichtigen Schritt in seiner persönlichen Nachfolgeplanung unternommen hat.

Hun Maneth wurde im amerikanischen West Point militärisch ausgebildet und hat einen Doktortitel in Wirtschaft der englischen Universität Bristol.

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Neuerlicher Vorfall belastet Beziehungen zu Thailand

30. Dezember 2010

Neue Aufregungen in den kambodschanisch-thailändischen Beziehungen: Sieben Thais sind am Mittwochvormittag festgenommen worden, als sie illegal die Grenze in der Nähe des Dorfes Chhokchey, Gemeinde Obiychhorn, Kreis Ochrov in der Provinz Banteay Meanchey überschritten haben. Die Angelegenheit ist deswegen so brisant, weil sich unter den Festgenommenen auch der Parlamentsabgeordnete und ehemalige stellvertretende Außenminister Panich Wikitsate der regierenden Demokratischen Partei befindet; auch die anderen Teilnehmer sollen der sogenannten Gelbhemden-Bewegung angehören.

Nach eigenen Angaben befanden sich die sieben offensichtlich auf einer privaten Reise, um die Grenze zu inspizieren. Wie fast überall in der Region ist der genaue Verlauf nicht markiert, allerdings gibt es keine Anzeichen, wonach die Gruppe lediglich versehentlich auf kambodschanisches Territorium vorgedrungen sei. Erschwerend kommt hinzu, dass die Gegend auch noch als militärisches Sperrgebiet ausgewiesen ist. Mittlerweile sind die sieben ins Gefängnis Prey Sar gebracht und bereits von der Staatsanwaltschaft am städtischen Gericht in Phnom Penh angeklagt worden.

Derweilen haben sich die Diplomaten eingeschaltet. Thailands Außenminister Panich Wikitsate ist bereits nach Phnom Penh gereist, um die Freilassung der sieben zu erwirken. Viel Spielraum hat ihm sein Chef, Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva, allerdings nicht gelassen: Er forderte bereits öffentlich die Freilassung, offenbar auf Basis einer nicht näher beschriebenen Vereinbarung mit seinem Amtskollegen Hun Sen, wie die Bangkok Post berichtet.

Ob er mit der Marschroute öffentlicher Forderungen viel eher das Gegenteil bewirkt als eine rasche, geräuschlose Beilegung dieser Krise, ist nicht unwahrscheinlich. Damit stellt sich die Frage, was in Thailand innen- wie außenpolitisch wirklich hinter diesem Vorfall steckt. Dass Kambodscha diesen wenn auch nicht unbedingt als Affront interpretieren musste, besaß Phnom Penh dennoch nicht allzu viele Handlungsalternativen, um nicht gänzlich blamiert dazustehen. Man wird die sieben wohl nicht so lange festhalten wie der Ingenieur Sivarak Chutipong, der 2009 für 32 Tage inhaftiert war. Eine Verurteilung eines thailändischen Parlamentariers, dazu noch aus der Regierungspartei, ist höchst unwahrscheinlich, denn die kambodschanische Regierung hat es im Gegensatz zu den Kollegen in Bangkok meist ganz gut verstanden, nicht auch noch Öl in schon lodernde Feuer zu gießen. Und selbst wenn: Im Falle einer tatsächlichen Verurteilung dürfte mit größter Wahrscheinlichkeit postwendend eine königliche Begnadigung und die freie Ausreise in die Heimat folgen.

Das Ende ist also vorhersehbar, es geht wohl nur noch um einige Details und die Frage, wie beide Seiten ihr Gesicht wahren können. Dennoch zeigt der Vorfall, wie angespannt und leicht erschütterlich die bilateralen Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha nach wie vor sind. Politische Stabilität drückt sich jedenfalls anders aus.

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Kambodschas Wirtschaft wuchs 2010 um 5%

29. Dezember 2010

Kambodschas Wirtschaft wuchs 2010 um 5% und hätte damit die Folgen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise des Vorjahres, als das Wachstum nur 0,1% betrug, überwunden, so Yim Chhay Ly, einer von neun stellvertretenden Premierministern, im Rahmen einer Veranstaltung im Ministerium für ländliche Entwicklung. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sei dies vor allem auf die sich erholenden Textilexporte zurückzuführen, die um 20% gestiegen seien und auch im nächsten Jahr für weiteres Wachstum sorgen sollten. Außerdem sei die Anzahl der Touristen um 16% auf nun 2,5 Millionen gestiegen, die insgesamt 1,7 Mrd. USD im Land gelassen hätten. Einzig im Bausektor herrsche noch Flaute, wie nicht zuletzt die zahlreichen brachliegenden Projekte gerade in der Hauptstadt Phnom Penh ganz besonders deutlich machen.

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